Nach dem Spiel ist vor dem Spiel! In diesem Fall liegen nur drei Tage zwischen Bundesliga und Europapokal.

Am Sonntag geht es zum Auftakt der Gruppenphase im Men’s EHF Cup zum ersten Mal gegen eine Mannschaft aus Polens Top-Liga. Mit KPR Gwardia Opole kommt der Tabellensechste nach Kassel. Die Polen stellen die jüngste Mannschaft des Wettbewerbs und werden mit viel Tempo den MT-Cracks das Leben schwer machen.

Polen-Kenner Tobias Reichmann erinnert sich

Tobias Reichmann, der zwischen 2014 und 2017 beim Spitzenclub Vive Kielce unter Vertrag stand und mit dem polnischen Abonnementmeister unter anderem auch die Champions League gewann, erinnert sich bei diesem Gegner vor allem an den Torwart: “Mit Adam Malcher hat Gwardia einen Klassemann zwischen den Pfosten. Mit seinen 34 Jahren bringt der Nationaltorhüter viel Erfahrung mit. Er bewegt sich kontrolliert, hat aber ein ausgezeichnetes Stellungsspiel. Da müssen wir beim Wurf schon konzentriert sein”, so der MT-Rechtsaußen.

Und Reichmann warnt davor, diese junge, unbekümmerte Truppe zu unterschätzen. “Die meisten der heutigen Spieler von Gwardia waren zu der Zeit, als ich in Polen gespielt habe, noch im A-Jugend-Alter. Insofern kann ich auch keine Angaben über deren Stärken und Schwächen machen. Dennoch wird es für uns wichtig sein, mit vollem Einsatz zur Sache zu gehen. In internationalen Spielen kann viel passieren und wir wollen keine böse Überraschung erleben”.

Grimm: Es gibt keine Prioritäten, alle drei Wettbewerbe sind gleichwichtig!

Dazu muss Heiko Grimm nicht extra die Motivation seiner Schützlinge wieder hochfahren: “Wir machen in den drei Wettbewerben, in denen wir aktuell vertreten sind, keine Prioritätenliste auf, vielmehr sind für uns alle gleichwichtig. Wir haben in jedem ein hohes Ziel, welches wir erreichen wollen. Im DHB-Pokal sind wir bereits im Final Four vertreten. Das gleiche wollen wir auch im EHF Cup erreichen”, so der MT-Coach unmissverständlich.

Er hofft, mit Ausnahme des noch rekonvaleszenten Felix Danner, den kompletten Kader aufbieten zu können. Der Kreisläufer und Defensivspezialist fehlte auch schon beim Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen. Tobias Reichmann hatte dort nur einen 20-Minuten-Auftritt. Dem Rechtaußen machen Knieprobleme, die er aus der EM mit nach Hause gebracht hat, zu schaffen. So steht ausgerechnet hinter dem Einsatz des einzigen “Polen-Kenners” im MT-Team ein Fragezeichen.

Opole kommt mit Rückenwind

Gwardia Opole geht genau wie die MT mit einem Erfolgserlebnis im Rücken in das Aufeinandertreffen am Sonntag in Kassel. Denn die Polen gewannen vier Tage zuvor das Spiel in der PGNIG Superliga gegen den Tabellenelften Torus Wybrze?e Gda?sk klar mit 28:22. Dabei zeigte sich Trainer Rafa? Kuptel, der als Nationalspieler 2007 mit Polen im WM-Finale Deutschland unterlag, erleichtert. Denn außer dem Sieg freute er sich über die Rückkehr von zwei bis dato verletzten Leistungsträgern – Torhüterzerberus Adam Malcher, übrigens gebürtiger Oppelner, wie die Stadt des Gegners auf Deutsch heißt, und Jan Klimków, 203 cm großer und 130 kg schwerere Kreisläufer, meldeten sich wieder einsatzbereit.


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