Mit dem Heimauftritt am Donnerstag gegen die Rhein-Neckar Löwen startet die MT Melsungen bereits in das zweite Saisondrittel der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga. Dank einer positiven Bilanz von sieben Punkten aus den letzten fünf Spielen hatten sich die Nordhessen zwischenzeitlich auf den achten Platz hochgearbeitet. Anwurf in der Kasseler Rothenbach-Halle ist um 19:05 Uhr. Dort gilt zusätzlich zur 2-G-Regelung auch wieder die Maskenpflicht. Das bisherige Faninteresse an diesem Knüller war übrigens sehr erfreulich, aber es gibt noch weiterhin Tickets im Vorverkauf und an der ab 17:30 Uhr geöffneten Hallenkasse.

Die Duelle der Nordhessen gegen die Kraichgauer zählen praktisch schon zu den Klassikern der Liga. Beide sind in 2005 ins Oberhaus aufgestiegen und standen sich seitdem 32 Mal in der Liga und 4 Mal im DHB-Pokal gegenüber. Die Wege der beiden Clubs verliefen trotz des gemeinsamen Starts vor gut 16 Jahren recht verschieden. Denn den Kraichgauern gelang es nach dem Aufstieg viel schneller, sich dank guter Leistungen und Platzierungen einen Namen in der neuen Klasse zu machen. Das drückt sich nicht zuletzt auch in der Bilanz der beiden Kontrahenten in den Spielen gegeneinander aus. Von den 32 Ligaduellen konnten die Nordhessen nur sieben gewinnen. Und auch im DHB-Pokal hatten die Gelbhemden jeweils die Nase vorn.

In der aktuellen Saison liegen beide Clubs enger beieinander, als dies in den letzten Jahren der Fall war. Melsungen hat derzeit bei 12:10 Punkten Platz 9 inne, die Löwen haben nach dem Match am Dienstag gegen Leipzig ein Spiel mehr absolviert, rangieren in der Tabelle aber mit 12:12 Zählern zwei Plätze hinter den Rotweißen.

Den derzeitigen Stand hatte Melsungen auch schon mal nach dem achten Spieltag erreicht, war anschließend aber sogar kurzzeitig auf den 13. abgerutscht. Spätestens mit den beiden Siegen gegen Stuttgart und Leipzig zeigt die Leistungskurve also wieder nach oben. Und diese Richtung will die Mannschaft von Trainer Roberto Garcia Parrondo auch nach dem Duell mit den Rhein-Neckar Löwen beibehalten. Dazu braucht sie womöglich mehr als nur 40 gute Minuten wie zuletzt in Leipzig. Die haben dem MT-Coach zwar sehr gefallen, was den Spanier jedoch nicht davon abhielt, fürs nächste Mal noch etwas mehr einzufordern. Und dieses nächste Mal ist am Donnerstag gegen die Löwen!

Die wiederum haben am Dienstag vor heimischer Kulisse gegen Leipzig in buchstäblich letzter Sekunde ein Remis hinnehmen müssen, obwohl sie zwei Minuten vor Schluss noch mit zwei Toren vorne lagen. Nun bleiben ihnen nur 48 Stunden bis zum Auftritt in Kassel, um diese gefühlte Niederlage zu verdauen. Alexander Petersson, ist sich sicher, dass die Löwen angesichts der sehr kurzen Regenerationszeit gegenüber der etwas ausgeruhteren MT nicht unbedingt benachteiligt sind: “Die sind es gewohnt in kurzen Abständen zu spielen”, sagte der MT-Routinier gegenüber der HNA. Der Rückraumspieler muss es wissen, trug er doch von 2012 bis 2021 das Trikot der Kraichgauer und pflegt noch immer gute Kontakte zu einzelnen Spielern, etwa zu Regisseur Andy Schmid.

Schmid und seine Mannschaftskameraden schmerzen außer dem Remis gegen Leipzig aber noch mehr die Niederlagen gegen Aufsteiger Hamburg, gegen Stuttgart und Lemgo. Hingegen müssten sie sich nicht grämen, gegen Spitzenteams wie Magdeburg und Flensburg verloren zu haben. Wie auch immer, von den Zeiten, in denen man am Meisterschaftsrennen beteiligt war, sind die Löwen in diesem Jahr weit entfernt.

Dennoch ist die MT gut beraten, den Gegner nicht am Tabellenstand zu messen. Dafür ist diese Mannschaft auch ohne die verletzten Stammkräfte Uwe Gensheimer und Ex-MT-Keeper Mikael Appelgren noch sehr schlagkräftig besetzt. Spiel- und torbestimmend sind neben Regisseur Andy Schmid und Kreisläufer Jannick Kohlbacher, auch Gensheimer-Vertreter Benjamin Helander, Halbrechts Niclas Kirkelokke oder Rechtsaußen Patrick Groetzki. Und zwischen den Pfosten bürgen Andreas Palicka und Nikolas Katsigiannis ohnehin für eine hohe Qualität.

Apropos “Personal”: Melsungen wird am Donnerstag wohl noch auf die Rekonvaleszenten Finn Lemke (Sprunggelenk) und Tobias Reichmann (Knie) verzichten müssen. Das bedeutet, gegen die Löwen ist dieselbe Besetzung am Start, wie zuletzt am Sonntag in Leipzig. Die hat gut funktioniert, besonders ab Mitte der ersten Halbzeit, als die erfolgreiche Aufholjagd gestartet wurde, bis fast zum Schlusspfiff, als der Sieg schon feststand. Erfolgsgaranten waren dabei vor allem Julius Kühn (8 Tore), Silvio Heinevetter (15 Paraden) und natürlich Roberto Garcia Parrondo. Der MT-Coach fand in jeder Situation das richtige Rezept, um seine Schützlinge in der Erfolgsspur zu halten oder dorthin zurückzuführen, wenn sie mal die Orientierung zu verlieren drohten.

Man muss davon ausgehen, dass die Löwen alles daransetzen werden, den Frust aus dem Unentschieden gegen Leipzig mit einem guten Auftritt gegen die MT vergessen zu machen. Insofern wird nicht nur der MT-Coach wieder sein taktisches Instrumentarium bereit halten müssen. Vor allem die Akteure auf der Platte sind gefordert, idealerweise als Team, so wie zuletzt in Leipzig .

Quelle: MT-Melsungen Pressedienst


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