Dass Nationalspieler Kai Häfner von der TSV Hannover-Burgdorf zur MT Melsungen wechselt, hatte der nordhessische Handball-Bundesligist ja bereits Mitte März vermeldet. Allerdings stand zu dem Zeitpunkt als Arbeitsbeginn noch der 1. Juli 2020 im Vertrag. Nun aber haben sich beide Clubs auf einen früheren Aus-, beziehungsweise Einstieg geeinigt: Häfner kommt bereits zur neuen Saison, also am 1. Juli 2019, zu den Rotweissen. Die ursprünglich vereinbarte Vertragslaufzeit von drei Jahren bleibt davon unberührt. Der Kontrakt beginnt eben nur ein Jahr früher.

Bei den Verantwortlichen der MT Melsungen dominieren derzeit Erleichterung und Vorfreude das Stimmungsbild. Zunächst waren die Nordhessen froh, Kai Häfner überhaupt bekommen zu können. Da nahm man es zunächst auch in Kauf, dass die Laufzeit des ausgehandelten Dreijahresvertrages mit dem Nationalspieler erst ab Juli 2020 beginnt. Als sich aber abzeichnete, dass ein Wechsel eventuell schon früher möglich wäre, wuchs die Hoffnung auf eine vorzeitige Lösung. “Wir sind sehr daran interessiert, aber es liegt nicht allein in unserer Macht, das herbeizuführen und wir werden dies auch nicht um jeden Preis anstreben“, verriet Axel Geerken seinerzeit.

Beide Clubs blieben über dieses Thema dennoch stets im Gespräch. Nun einigte man sich auf Ablösemodalitäten, die von beide Seiten als fair und für die MT als “machbar” angesehen werden. Über deren genaue Inhalte wurde Stillschweigen vereinbart, in diesem Zusammenhang stehende Medienberichte werden nicht kommentiert.

MT-Vorstand Axel Geerken zeigt sich erleichtert: “Mit dem vorzeitigen Wechsel von Kai Häfner zu uns haben wir nicht nur im rechten Rückraum weitere Optionen. Diese hochkarätige Verstärkung wird die Qualität unseres Aufbauspiel insgesamt positiv beeinflussen. Umso mehr hoffen wir, schon in der kommenden Saison wieder international spielen zu können. Diese Personalie wird uns in den verbleibenden Saisonspielen um den 5. Tabellenplatz ganz sicher zusätzlich motivieren”.

“Ich bin froh, dass sich jetzt beide Clubs auf eine Lösung verständigt haben und mir mit dem vorgezogenen Wechsel zur MT Melsungen gleichzeitig Klarheit über meine unmittelbare sportliche Zukunft verschafft haben. Noch trage ich aber bis zum Ende dieser Saison das Recken-Trikot. Mit der TSV Hannover-Burgdorf möchte ich so viele Punkte wie möglich holen, vielleicht können wir ja in der Tabelle noch etwas Boden gut machen. Der MT wünsche ich, dass sie ihren derzeitigen fünften Platz bis zum Schluss verteidigt. Sie kann gern bis dahin alle Spiele gewinnen – mit einer Ausnahme! Denn wenn wir am 23. Mai nach Kassel kommen, werden wir ganz sicher keine Geschenke verteilen”, sagt Kai Häfner

Da mit Michael Müller (zu den Füchsen Berlin) und Simon Birkefeldt (zu IFK Kristianstad) beide bislang etatmäßigen Halbrechten die MT zum Saisonende verlassen werden, stand für diese Position bis dato nur der erst 22-jährige Stefan Salger von den Eulen Ludwigshafen als Neuzugang fest. Insofern ist man bei der MT natürlich sehr erleichtert, dass mit Kai Häfner nun schon ab der kommenden Saison ein gestandener Nationalspieler zur Verfügung steht. Der 29 Jahre alte und 1,92 m große Linkshänder hat in den fünf Spielzeiten für die TSV Hannover-Burgdorf über 700 Tore geworfen, davon 106 in 20 Spielen der laufenden Saison.

Der gebürtige Schwabe kam von seinem Heimatverein TSB Schwäbisch Gmünd über TV Bittenfeld, Frisch Auf Göppingen und HBW Balingen-Weilstetten in 2014 zu den Niedersachsen. Sein Länderspieldebüt feierte er am 15. April 2010 gegen Dänemark. Für die DHB-Auswahl bestritt er bislang 76 Spiele, erzielte 160 Tore, wurde 2016 Europameister (unter anderem mit den aktuellen MT-Spielern Finn Lemke, Julius Kühn und Tobias Reichmann) und holte Olympiabronze. Kai Häfner ist verheiratet. Sein Bruder Max spielt beim Bundesligisten TVB 1898 Stuttgart.

Ein weiterer, hochkarätiger Neuzugang, National-Torhüter Silvio Heinevetter, kommt indes erst – wie geplant – in 2020 von den Füchsen Berlin zur MT.


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