In ader Ondrej Nepela Aréna in Bratislava zeigte sich einmal mehr die unerwartete Natur des Handballs: Spanien sicherte sich in der Gruppe II der EHF EURO 2022-Hauptrunde mit einem grandiosen Comeback gegen Russland (26:25) einen entscheidenden Sieg.

Die “Los Hispanos”, die nun seit 17 Spielen ungeschlagen sind, führen die Gruppe mit sechs Punkten an, vier mehr als Russland, Norwegen, Schweden und Deutschland, und sind nur noch einen Schritt vom sechsten Halbfinaleinzug in Folge entfernt.

GRUPPE II
Russland gegen Spanien 25:26 (11:12)

14 Minuten vor Spielende führte Russland bereits mit vier Toren (22:18), konnte aber bis zum Ende nur noch drei Treffer erzielen, während Spanien ein großartiges Comeback gelang.
Russland hatte die Chance, einen Punkt aus diesem Spiel zu retten, doch Linksaußen Igor Soroka, der in diesem Spiel vier Tore erzielte, verschoss nach dem Schlusspfiff einen Strafwurf und traf nur den Pfosten.
Spaniens Hauptproblem in diesem Spiel war, wie im gesamten bisherigen Turnierverlauf, die Effizienz im Angriff. Diese sank in der 44. Minute auf 45 Prozent gegen die erstaunliche Leistung des russischen Torhüters Victor Kireev
Der Grundfos-Spieler des Spiels, Russlands Dmitry Zhitnikov, erzielte zwar nur ein Tor, war aber mit 12 Assists der Dreh- und Angelpunkt des russischen Angriffs. Mit 31 Assists in fünf Spielen führt er nun die Turnierrangliste in dieser Kategorie an.
Spanien verlängerte seine Rekordserie an ungeschlagenen Spielen in diesem Wettbewerb auf 17 Spiele und hat nun fünf von fünf Spielen bei der EHF EURO 2022 gewonnen.

Russland kann sich nicht auf Spaniens Wildcard einstellen

Russland hat sich diese Niederlage, die für seine Zukunft im Wettbewerb entscheidend sein könnte, selbst zuzuschreiben, da es in der Gruppe II nun vier Punkte hinter Spanien liegt.

Die Mannschaft von Velimir Petkovic führte sogar mit vier Toren, konnte sich aber nicht auf den Geniestreich des spanischen Trainers Jordi Ribera einstellen, der das Abwehrsystem vom traditionellen 6:0 auf das aggressivere 5:1 umstellte und damit Zhitnikovs Kreativität ausschaltete. Von diesem Moment an erzielte Russland in den letzten 14 Minuten nur noch drei Tore, und das Spiel war gelaufen, insbesondere nachdem Soroka den letzten Elfmeter verschossen hatte.

Dennoch muss sich Spanien die eine oder andere Frage zu seinem Angriff stellen. Die spanische Mannschaft weist mit 58 Prozent die zweitschlechteste Angriffseffizienz des Turniers nach Bosnien und Herzegowina auf. In Zukunft werden sie ihre klaren Chancen besser nutzen müssen, da ihre Gegner immer stärker werden.

 

Quelle: EHF Pressedienst


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