Nur drei Tage nach dem misslungenen Auftritt gegen Minden steht die MT Melsungen erneut vor einem Heimspiel. Diesmal gegen den TVB Stuttgart, genau wie Ostwestfalen ein Team aus dem Tabellenkeller der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga und bei den Nordhessen in ebenso unliebsamer Erinnerung. Anwurf gegen die Schwaben am Samstag in der Kasseler Rothenbach-Halle ist bereits um 15:30 Uhr. Es gibt noch Karten in allen Kategorien im Vorverkauf unter mt-ticket.de

Nach einer ganz und gar nicht einkalkulierten Niederlage sinnt eine Mannschaft üblicherweise auf schnelle Wiedergutmachung. Erst recht, wenn – wie in diesem Fall – die Leistung in dem verlorenen Spiel besonders schwach war. “Wir werden gegen Stuttgart alles daransetzen, den Auftritt gegen Minden vergessen zu machen. Das sind wir mindestens unseren Fans schuldig, aber auch unserem Trainer und dem Verein”, bringt Kai Häfner die Zielsetzung für das Duell mit seinem ehemaligen Club auf den Punkt. Der MT-Kapitän trug das Trikot der Schwaben in 2006 und 2007 als die noch unter TV Bittenfeld firmierten. In dessen aktuellen Team steht übrigens Häfners jüngerer Bruder Max, der allerdings weiterhin verletzt ausfällt.

Der TVB Stuttgart rangiert nach neun Spielen mit vier Pluspunkten auf dem drittletzten Tabellenplatz. An diesen Kontrahenten hat die MT Melsungen mindestens ebenso ungute Erinnerungen, wie an den letzten Gegner GWD Minden. Von den bislang zwölf gegeneinander ausgetragenen Spielen konnten sich die Nordhessen nur fünf Mal durchsetzen, die Schwaben hingen sechs Mal, einmal trennte man sich unentschieden. Kein Wunder also, dass die Waiblinger Zeitung jüngst titelte: “Bleibt Melsungen der Lieblingsgegner des TVB Stuttgart?”

In der vergangenen Saison musste die MT sogar vor eigenen Publikum eine Niederlage hinnehmen. Die Revanche im Rückspiel in Stuttgart gelang mit dem 26:26 nur zur Hälfte. So gesehen ist die Ausgangssituation für das Parrondo-Team vor dem Spiel gegen Stuttgart vergleichbar mit der vor dem Minden-Spiel.

“Mit dem Unterschied”, so Michael Allendorf, “der Druck ist jetzt deutlich größer. Schließlich haben wir richtig viel gut zu machen”. Der MT-Routinier ist davon überzeugt, dass die Mannschaft dem standhält und trotz der sehr kurzen Vorbereitungszeit – es standen nur zwei Trainingseinheiten zur Verfügung – eine deutlich bessere Leistung bieten wird: “Wobei wir wissen, dass Stuttgart uns schon immer Probleme bereitet hat und deshalb ein sehr unbequemer Gegner ist. Den Hinweis, dass man einen Gegner nie an seinem Tabellenstand messen darf, erspare ich mir an dieser Stelle”.

Die MT Melsungen wird am Samstag in gleicher Besetzung auflaufen wir zuletzt gegen Minden. Das heißt, bis auf die noch rekonvaleszenten Finn Lemke (Bänderverletzung im Sprunggelenk) und Tobias Reichmann (Kniearthroskopie) sind alle Mann an Bord.

Der TVB Stuttgart hat zwar erst zwei Spiele gewonnen (Rhein-Neckar Löwen, Balingen), zeigte aber in den letzten Begegnungen aufsteigende Tendenz. In Flensburg (29:30) wäre fast eine Sensation geglückt und auch in Wetzlar (34:35) war das Team von Trainer Roi Sánchez, übrigens ein Landsmann von MT-Coach Roberto Garcia Parrondo, dicht dran an einem Punktgewinn. “Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg, um auch endlich auswärts Punkte zu holen”, sagte Sánchez schon nach dem Abpfiff in Wetzlar. Genau wie die MT Melsungen steht übrigens auch der TVB Stuttgart im Achtelfinale des DHB-Pokals.

Die Schwaben reagierten im September auf den verletzungsbedingten längerfristigen Ausfall von Kreisläufer Fynn Nicolaus und holten den zuletzt vereinslosen und früheren Erlanger Benjamin Meschke. Ein Schwächung bedeutet allerdings der längerfristige Ausfall von Spielmacher Max Häfner (25). Der sieben Jahre jüngere Bruder von MT-Kapitän Kai musste sich Mitte Juli einer Rückenoperation unterziehen und ist seitdem rekonvaleszent.

Dafür trumpft beim TVB in puncto Torgefährlichkeit gleich ein ganzes Sextett auf: Die Flügelzange Sascha Pfattheicher (RA) und Patrick Zieker (LA), die Rückraumakteure Adam Lönn, Dominik Weiß ( beide RL) und Egon Hanusz (RM) sowie Kreisläufer Zarko Peshevski haben zusammen fast 200 der 256 Stuttgarter Treffer erzielt.

Egal in welcher Besetzung die Schwaben am Samstag nach Kassel kommen, ausgeruht werden sie mindestens sein. Liegt doch deren letztes Ligaspiel bereits 12 Tage zurück und ermöglichte so eine optimale Vorbereitung auf das Aufeinandertreffen mit der MT. Die wiederum zum Erfolg geradezu verpflichtet ist, wie MT Vorstand Axel Geerken deutlich gemacht hat: “Aus der Mannschaft heraus muss jetzt eine Reaktion erfolgen!”


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