260 Tage waren die Tribünen in der Kasseler Rothenbach-Halle verwaist, am heutigen Mittwoch nun werden dort erstmals wieder Zuschauer sitzen. Die Bundesliga-Handballer der MT Melsungen hoffen sehr, dass sich dann zu ihrem letzten Saisonheimspiel auch eine entsprechende Stimmung einstellt. Sie selber wollen dazu mit einem engagierten Auftritt gegen den anspruchsvollen Gegner, die Füchse aus Berlin, beitragen. Anwurf in der Kasseler Rothenbach-Halle ist um 19:00 Uhr. Direkt nach dem Schlusspfiff werden Lasse Mikkelsen und Felix Danner verabschiedet. Es gibt keine Tageskasse. Das Spiel wird live auf Sky zu sehen sein.

Der Tabellensechste MT Melsungen empfängt den Tabellenvierten Füchse Berlin. Diese Ausgangssituation verspricht für das Aufeinandertreffen eine gewisse sportliche Klasse. Und auch die Grundmotivation dürfte auf beiden Seiten gegeben sein. Die Füchse müssen gewinnen, um nicht Gefahr zu laufen, ihren derzeitigen Rang an die Rhein-Neckar Löwen zu verlieren. Die MT will unbedingt gewinnen – zum einen weil es das letzte Heimspiel dieser Saison ist, zum anderen, um sich nach achtmonatiger Zuschauerabstinenz noch einmal den eigenen Fans von ihrer besten Seite zu präsentieren. Eine Prise Extra-Motivation kann die Mannschaft aus den gestern bekannt gewordenen Aussagen von Füchse-Geschäftsführer und DHB-Vize Bob Hanning ziehen. Er hatte der MT öffentlich unter anderem vorgeworfen, dass sich eine Mentalität in Melsungen etabliert habe, die den Erfolg der deutschen Nationalmannschaft gefährden könne.

“Unsere Spieler haben gestern darüber natürlich schon eifrig diskutiert und so brauche ich in der Einstimmung auf das Spiel heute das Thema gar nicht mehr aufzuwärmen”, verrät Arjan Haenen. Der Co-Trainer von Gudmundur Gudmundsson wird heute genau wie schon in Lemgo, auch wieder die Hauptverantwortung für die Einstellung und Taktik der Mannschaft tragen. Der Chefcoach musste nämlich am Sonntag sehr kurzfristig wegen eine ernsten Familienangelegenheit in seine Heimat fliegen und wird dort wohl auch noch einige Tage bleiben. In der Vorbereitung auf das Spiel wird Ari Haenen von Felix Danner und während des Spiels auf der Bank von Vorstand Axel Geerken unterstützt.

“Gegenüber Lemgo müssen wir uns in allen Mannschaftsteilen steigern und obendrein die Anzahl technischer Fehler minimieren. Davon haben wir uns am Sonntag wieder zu viele geleistet. Zum Glück sind die nicht alle von Lemgo mit Gegentore bestraft worden. Berlin wird uns das jedoch nicht ohne Konsequenzen durchgehen lassen. Was gut funktioniert hat, war der Mittelblock der Abwehr, wo Finn Lemke und Felix Danner stark gearbeitet haben. Und dahinter hat Simo im Tor eine super Leistung gezeigt. Daran müssen wir gegen die Füchse anknüpfen. Im Angriff wird es wichtig sein, deren kompakte Formation möglichst auseinanderzuziehen. Wir werden auf alle Fälle einiges zu tun haben”, so Arjan Haenen.

Er hofft auf eine volle Besetzung, weiß jedoch erst nach dem Aufwärmen der Mannschaft, ob Domagoj Pavlovic, der in Lemgo nur als Notnagel mit auf der Bank saß, wieder einsatzbereit ist. Auch die Füchse beklagen mit Spielmacher Marian Michalczik einen Ausfall. Ansonsten hat Trainer Jaron Siewert (27) mit  den weiteren deutschen Nationalspielern Paul Drux (RL), Fabian Wiede (RR) oder Simon Ernst (RM) noch genügend Qualität zur Verfügung. Ganz zu schweigen von Assen wie Hans Lindberg (RA), Marko Kopljar (RR), Lasse Andersson (RL) oder Mijajlo Marsenic (KM).

Die Hauptstädter reisen mit der Empfehlung von acht Siegen in Folge (u.a. in Flensburg) in Kassel an. Die MT indes schöpft Zuversicht aus dem Erfolgserlebnis zuletzt in Lemgo und natürlich aus dem knappen Vergleich im Hinspiel. Anfang Dezember machten die Nordhessen den Berlinern mächtig Dampf und mussten sich nach einer 15:14-Halbzeitführung erst in der Schlussphase mit zwei Toren geschlagen geben (30:32). Einer im MT-Team wird heute ganz sicher wieder besonders heiß sein: Torhüter Silvio Heinevetter trifft auf den Club, dessen Trikot er vor seinem Wechsel nach Nordhessen 12 Jahre lang (2009-2020) getragen hat.

Unmittebar nach dem Spiel werden die zum Saisonende scheidenden Akteure Lasse Mikkelsen und “Urgestein” Felix Danner (12 Jahre im MT-Team!) emotional verabschiedet. Die MT-Familie wünscht sich natürlich, dass die Fans noch solange in der Halle verweilen, um der Verabschiedung einen würdigen Rahmen zu verleihen. Wer erleben möchte, welche Überraschung dabei zutage gefördert wird, hängt sicher gern das halbe Stündchen nach dem Schlusspfiff noch dran.

Quelle:MT-Pressedienst


0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.