Die MT Melsungen startete mit Michael Allendorf, Julius Kühn, Domagoj Pavlovic, Kai Häfner, Timo Kastening, Felix Danner und Nebojsa Simic in die Partie. Abwehrchef Finn Lemke, zuletzt gegen Ludwigshafen wegen einer im Spiel zuvor erlittenen Gehirnerschütterung nicht im Einsatz, war in Coburg wieder dabei, blieb zunächst aber auf der Bank. Für ihn nahm Felix Danner die zentrale Deckungsposition ein. In der 5:1-Formation agierte Domagoj Pavlovic in der Rolle des Vorgezogenen.

Den ersten Vorstoß der anwerfenden Gastgeber schloss Tobias Varvne mit einem Lattenknaller ab. Besser machten es die Nordhessen, bei denen Kai Häfner mit ansatzlosem Hüftwurf das 0:1 erzielte. Ebenso gut startete Nebojsa Simic in die Partie – der Montenegriner verschaffte sich gleich mit einer Doppelparade Respekt: Erst vereitelte er den Wurf von Tobias Varvne und dann den Nachwurf von Felix Sproß, die beide freistehend von der Sechsmeterlinie aus alle Chancen hatten. Keine Frage, die MT war auf den Punkt hellwach. Einziger Fauxpas in den ersten fünf Minuten war der vergebene Strafwurf von Tobias Reichmann. Er fand in Coburgs Keeper Konstantin Poltrum, dem besten Siebenmeterkiller der Liga, seinen Meister. Dabei war der MT-Rechtsaußen zwei Minuten zuvor in der gleichen Situation noch Sieger geblieben.

Coburg war ständig um den Anschluss bemüht, aber die MT war zunächst immer eine Nasenlänge voraus und glänzte zwischendurch mit sehenswerten Treffern. Etwa mit dem 1:3 von Timo Kastening nach Rückhandanspiel von Kai Häfner und dem Rückhandtor von Domagoj Pavlovic zum 2:4.

Dank eines erfolgfreichen Gegenstoßes von Timo Kastening war die MT nach rund 13 Minuten erstmalig auf vier Treffer enteilt (4:8). Die 5:1-Abwehr funktionierte weiterhin gut, die Coburger taten sich im Angriff entsprechend schwer. Beim 5:9 durch Julius Kühn in der 15. Minute trat HSC-Trainer Alois Mraz per Timeout auf die Bremse. Zunächst ohne Wirkung, denn wiederum Julius Kühn besorgte nach Wiederanpfiff das 5:10. Kurz darauf erhöhte Felix Danner vom Kreis auf Zuspiel von Kai Häfner sogar auf 5:11 (17.). Keine Frage, das Spiel hatte aus Sicht der MT damit den erhofften Weg genommen.

Dass man sich aber auch dann nicht allzu sicher sein darf, zeigte der weitere Verlauf bis zur Pause. Da taute vor allem Coburgs Spielmacher Pouya Norouzinezhad immer mehr auf. Der wieselflinke, nur 1,88 m große Iraner entwickelte sich zum absoluten Unruheherd vor der MT-Abwehr und war mit drei Toren maßgeblicher Wegbereiter der Aufholoffensive zum 10:13 (24.). Grund genug für Gudmundur Gudmundsson, diese mit einer Auszeit zu stoppen. Doch es ging zunächst mit dem HSC-Treffer zum 11:13 weiter, diesmal durch Linksaußen Milos Grozdanic (25.).

Eine Melsunger Unterzahl – Marino Maric musste für zwei Minuten auf die Bank – nutzten die Franken dann, um wiederum durch Grozdanic sogar auf 13:14 zu verkürzen. 15 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff stellte Marino Maric auf Zuspiel von Julius Kühn auf den 13:15-Pausenstand.

Zur zweiten Spielhälfte brachte Gudmundur Gudmundsson mit Yves Kunkel und Tobias Reichmann eine neue Flügelzange und mit Silvio Heinevetter einen frischen Keeper. Die MT begann konzentriert, Domagoj Pavlovic markierte gleich im ersten Angriff das 13:16 und kurz darauf ließen Kai Häfner das 13:17 und Julius Kühn das 13:18 folgen (33.). Binnen nur drei Minuten war aus Sicht der Melsunger also wieder alles im Lot.

Obwohl dann Coburg über Siebenmeterspezialist Florian Billek und Regisseur Pouya Norouzinezhad auf 14:18 verkürzen konnten, brachte dies die Souveränität der MT nicht in ernsthafte Gefahr. Denn deren Toreffektivität blieb weiterhin auf einem ansprechenden Niveau. Und weil zwischendurch Silvio Heinevetter einige Würfe teils spektakulär entschärfte – unter anderem den des freistehenden Andreas Schröder beim Stand von 16:20 ( 40.)  – bleib der Vorsprung beruhigend. Denn Marino Maric netzte gar zum 16:21 ein (41.), nachdem er sich beeindruckend gegen gleich zwei Coburger Abwehrspieler durchgetankt hatte.

Ohne die Spielzusammenfassung überheblich erscheinen zu lassen, hatte man als Betrachter zu diesem Zeitpunkt nicht das Gefühl, dass die MT Melsungen in den verbleibenden 19 Minuten noch einmal ernsthaft in Gefahr geraten könnte. Dafür agierte sie viel zu routiniert und abgeklärt und  vor allem mit mehr Durchschlagskraft im Angriff als die Hausherren – auch wenn die im weiteren Verlauf noch zweimal auf jeweils drei Tore herankommen konnten (18:21, 43.; 19:22, 46.).

Spätestens als Yves Kunkel siebeneinhalb Minuten vor Schluss per Gegenstoß das 21:28 erzielt hatte – übrigens nach einem Traumpass über 30 Meter von Silvio Heinevetter – war die Vorentscheidung gefallen. Gudmundur Gudmundsson gab daraufhin auch noch Arnar Arnarsson, Stefan Salger und Paul Kompenhans, die bis dahin auf der Bank gesessen hatten, einige Einsatzminuten. Und wie schon bei seinem Kurzauftritt in Flensburg nutze Kompenhans auch diesmal die Gelegenheit, um sich mit dem letzten MT-Treffer in die Torschützenliste einzutragen. Das 25:30 haben sich die Nordhessen in dieser Höhe auf jeden Fall verdient. Jetzt kann das REWE Final4 endlich kommen.

Quelle:MT-Pressedienst


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