Die MT Melsungen bleibt in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga in fremden Hallen weiterhin auf Erfolgskurs. Mit einem 26:22 (12:12)-Sieg am Sonntag beim SC DHfK Leipzig bilanzieren die Nordhessen nun sechs Punkte aus vier Auswärtsspielen. Nachdem das Parrondo-Team nach 15 absolvierten Minuten mit fünf Toren hinten lag (2:7), gelang bis zur Pause die Aufholjagd zum Ausgleich. Im Verlauf des zweiten Durchgangs dominierten immer mehr die Gäste das Geschehen und sorgten unter anderem durch einen starken Silvio Heinevetter im Tor sieben Minuten vor Schluss mit einer Sieben-Tore-Führung für die Vorentscheidung. Beste Schützen vor 2.640 Zuschauern in der QUARTERBACK Immobilien ARENA Leipzig waren Julius Kühn (8) für die MT und Patrick Wiesmach (5/1) für den SC DHfK. Das nächste Spiel bestreitet Melsungen wieder vor eigenem Publikum, am Donnerstag gastieren die Rhein-Neckar Löwen in Kassel (19:05 Uhr, Rothenbach Halle

Das Melsunger Team musste auf Abwehrspezialist Finn Lemke und Rechtsaußen Tobias Reichmann verzichten, bei den Leipzigern fehlten mit Spielmacher Luca Witzke und Kreisläufer Maciej Gębala ebenfalls zwei Stammkräfte. Dennoch gaben die Hausherren vom Start weg den Ton an, nutzten gleich ihren ersten Vorstoß zum Eröffnungstreffer (Marko Mamic).

Auf der anderen Seite zeigte sich die MT etwas unkonzentriert, vertändelte Bälle oder brachte die Würfe nicht an Leipzigs Schlussmann Kristian Saeveraas vorbei. Das gelang erstmals André Gomes nach knapp acht Minuten (3:1). Was aber noch nicht den Knoten vollends platzen ließ. Denn die Hausherren spulten weiterhin ihr Angriffsprogramm flüssig ab, erarbeiteten sich gute Torchancen und wussten diese auch erfolgreich umzusetzen. Die Folge: Leipzig führte nach 11 Minuten mit 5:1 – MT-Coach Roberto Garcia Parrondo legte die Grüne Karte.

Einziger Lichtblick bei den Nordhessen bis dahin war Silvio Heinevetter. Der Keeper hatte kurz vor der Auszeit den Wurf des frei vor ihm auftauchenden Kreisläufers Alen Milosevic vereitelt (10. Min.). Kurz nach Wiederaufnahme des Spiels vernichtete er einen Tempogegenstoß (14.) und entzauberte Sekunden später SC-Strafwurfschütze Lucas Krzikalla. Machtlos war “Heine” lediglich gegen das anschließende 7:2 von Spielmacher Lovro Jotic (16.), der im nächsten Angriff noch eins zum 8:3 draufsetzte.

Dann endlich erwachte die MT und legte einen 3:0-Lauf aufs Parkett (Jonsson – Jonsson – Häfner). Nach der Aufholjagd zum 8:6 zog Leipzigs Trainer André Haber die Notbremse per Timeout. Die Grünweißen konnten sich danach zwar wieder etwas berappeln, aber es deutete sich mehr und mehr an, dass Melsungen nun weiter mitbestimmen würde. Die Abwehr um das Zentrum Elvar Örn Jonsson und Arnar Freyr Arnarsson zeigte sich energischer, deren Nebenleute bekämpften ihre jeweiligen Gegenüber etwas intensiver und damit auch erfolgreicher.

Das wiederum hatte auch positive Auswirkungen auf das Spiel nach vorne, speziell auf die Trefferquote. André Gomes, danach Julius Kühn aus dem Rückraum und Marino Maric vom Kreis brachten ihre Würfe im gegnerischen Kasten unter – jeder von ihnen zwei – und sorgten so bis zum Halbzeitpfiff für den verdienten Ausgleich (12:12).

Das sollte aber noch längst nicht alles gewesen sein, was die MT an diesem Nachmittag in Leipzig zu bieten hatte. Allen voran ihr Trainer. Roberto Garcia Parrondo zog im Verlauf des zweiten Durchgangs alle Register, um seine Schützlinge weiter in der Erfolgsspur zu halten. Angefangen von klaren und sachlichen Ansagen in den Auszeiten bis hin zu den taktischen Umstellungen auf dem Spielfeld.

Beispiele gefällig? Bitte sehr: Mal bot der Coach drei Rechtshänder im Rückraum auf, indem er Kai Häfner durch André Gomes eine Verschaufpause verschaffte, mal ließ er mit einer Sieben-gegen-Sechs-Variante angreifen. Die Abwehr hatte zudem die Aufgabe, den Leipziger Rückraum auf der Ballseite offensiver zu bekämpfen – die beabsichtigte Verunsicherung stellte sich prompt ein. Der Angriffsfluss geriet ins Stocken, zum Teil wurden Fehlabgaben provoziert und sogar Steals erzwungen.

Die Mühen und taktischen Finessen sollten rasche Früchte tragen. So zog der MT-Express vom 16:16-Gleichstand (41.) binnen zwölf Minuten vorentscheidend auf 17:24 davon. Dabei taten sich vor allem Julius Kühn und Kai Häfner als treffsichere Schützen hervor. Und weil parallel dazu Silvio Heinevetter weiterhin Paraden lieferte, war dieser Vorsprung eine logische Folge des konsequenten Agierens der Rotweißen.

Da ist es fast entschuldbar, dass sich angesichts des komfortablen Polsters in der Schlussphase einige Unachtsamkeiten einschlichen. Leipzig hatte sich noch keineswegs aufgegeben und witterte beim 22:24 sogar nochmal eine minimale Chance, der MT den greifbar nahen Erfolg streitig zu machen (58.). Die jedoch verstand es, mit drei erfolgreichen Aktionen den perfekten Schlussakkord zu setzen: Ein von Silvio Heinevetter gehaltener Strafwurf von Patrick Wiesmach und zwei abgezockte Torwürfe von Marino Maric bescherten den Nordhessen einen völlig verdienten 26:22-Auswärtssieg.

Quelle:MT-Melsungen Pressedienst


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