Die ohne Vier angetretene MT Melsungen unterlag im EHF Cup-Hinspiel am gestrigen Samstag in Lissabon dem portugiesischen Vertreter SL Benfica mit 26:29 (11:16). Zwar verbuchten die Nordhessen die zweite Spielhälfte für sich, was aber insgesamt nicht zu einem positiven Endergebnis reichte. Beim Stand von 27:21 waren 53 Minuten gespielt, als Johan Sjöstrand mit drei Paraden in Folge ein starkes Signal zur Aufholjagd lieferte und Kai Häfner im Gegenzug per Unterarmwurf auf 27:23 verkürzen konnte. Benfica wirkte nun im Angriff plötzlich nervös und produzierte einige Fehler. Aber der Tabellendritte der portugiesischen Liga brachte das Spiel geschickt über die Zeit und feierte einen verdienten Sieg. Beste Schützen vor 1.122 Zuschauern im Pavilhão da Luz Nº 2 waren Melsungens Spielmacher Lasse Mikkelsen (6/3) und Benficas Halblinker Petar Djordjic (9/1).

Im Nachhinein lässt sich das natürlich nur spekulativ beantworten. Hätte Domagoj Pavlovic nach dem Wiederanpfiff – die Portugiesen hatten nach Häfners Tor eine Auszeit genommen – eine aussichtsreiche Chance genutzt und Toft Hansen im Gegenzug nicht getroffen, ja was wäre dann vielleicht passiert? So aber ging das Match aufgrund der mehrheitlichen Führung in diesen 60 Minuten verdient an Benfica – wenngleich die MT in den letzten knapp 20 Minuten nochmal alles gegeben hatte und diesen Spielabschnitt sogar deutlich mit 10:6 für sich verbuchen konnte.

Stimmen zum Spiel

Heiko Grimm: Glückwunsch an Benfica zum verdienten Sieg. Unsere Schwäche lag heute eindeutig in der Abwehr, wo es uns zu selten gelungen ist, Zugriff auf den Gegner zu bekommen. Wir wollen da keine Ausreden suchen, wenngleich wir angesichts des Fehlens von vier Spielern gerade dort etwas umstellen mussten. Die Ausbeute im Angriff hätte sicherlich auch besser sein können. Da hat man gesehen, dass es oft Unsicherheiten beim Abschluss gab und den Spielern, wie sie auch selber sagen, das nötige Selbstvertrauen fehlte. Schon am Mittwoch müssen wir in Silkeborg antreten, was jetzt für uns zu einem sehr wichtigen Spiel in dieser Gruppenphase wird.

Petra Djordjic, Halblinker Benfica: Wir haben zuletzt in Silkeborg gesehen, dass wir – wenn wir unser Spiel und möglichst wenig Fehler machen und eine aggressive Abwehr hinstellen, eine sehr unangenehme Mannschaft sind. Wir wussten, dass Melsungen dezimiert ist und deshalb Probleme hat. Deswegen haben wir auch versucht, ins Tempospiel zu kommen. Wenn Johan Sjöstrand am Ende nicht noch so viele freie Bälle gehalten hätte, wäre das Ergebnis wahrscheinlich noch deutlicher ausgefallen.


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