Die MT Melsungen steht in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga vor einer anspruchsvollen schwäbischen Woche. Genauer gesagt, sind es nur drei Tage. Denn am Sonntag geht es zum Tabellensechsten Frisch Auf Göppingen (16:00 Uhr, EWS-Arena), und am Dienstag erwarten die Nordhessen den Siebten TVB Stuttgart (18:00 Uhr, Rothenbach-Halle). Sky überträgt die Spiele jeweils live.

Foto:Alibek Käsler-Fotos.

Die MT Melsungen erlebt derzeit wohl eine der anstrengendsten Abschnitte ihrer Bundesligageschichte. Die Corona-Pandemie macht eindeutig zwar auch allen anderen Mannschaften und der Liga insgesamt zu schaffen, aber allein am derzeitigen Tabellenbild ist bereits die missliche Lage der Rotweißen ablesbar. Und damit ist noch nicht einmal der derzeit für Melsunger Verhältnisse ungewohnte 14. Platz gemeint, der bei genauerem Hinsehen daraus resultiert, dass sie gegenüber der Konkurrenz mit bis zu vier Spielen im Rückstand sind. “Ich schaue die Tabelle schon seit Wochen nicht mehr an. Das ist einfach nur verwirrend, kein tatsächlicher Maßstab”, verrät Coach Gudmundur Gudmundsson.

Was den Trainer, die Mannschaft und auch das Management umtreibt, ist mehr noch die Tatsache, dass das Team nach einer zwei Wochen langen Lahmlegung durch eine behördlich angeordnete Quarantäne im November und einer sage und schreibe vier Wochen langen Wettkampfpause inmitten der laufenden Saison, völlig aus dem Rhythmus gekommen ist. Das erste Spiel nach der Zwangsunterbrechung gegen den Bergischen HC wurde mit einigem Fortune noch 31:30 gewonnen. Aber danach in Berlin und anschließend zuhause gegen Coburg war deutlich zu sehen, wie es an der zu dieser Saisonphase normalerweise vorhandenenen Feinabstimmung in Abwehr und Angriff mangelt. Wie die Sicherheit im Abschluss fehlt, wie schwer die Beine in der Abwehr sind.

Nichtsdestotrotz sind sich alle Beteiligten einig: Eine solche Vorstellung, wie die gegen den Tabellenletzten – bei allem Respekt vor dem engagierten Auftritt der Coburger – darf man sich aus MT-Sicht nicht erlauben. “Das war zweifellos ein Tiefpunkt und ist nicht mit den Corona-Maßnahmen zu entschuldigen. Man kann anschließend vieles bereden und analysieren. Aber es muss unmittelbar danach ein klares Signal geben. Wir erwarten jetzt von der Mannschaft eine deutliche Reaktion, die über das Spiel in Göppingen hinausreichen muss. Jeder Spieler sollte sich klarmachen, dass er in der derzeitigen Pandemiesituation, in der Menschen in vielen Bereichen ihren Beruf nicht ausüben dürfen, zu den Privilegierten gehört”, sagt MT-Vorstand Axel Geerken.

Derweil hat Gudmundur Gudmundsson seine Schützlinge bestmöglich auf Göppingen vorbereitet. “Durch das ausgefallene Spiel in Kiel, konnten wir dazu die komplette Woche nutzen. Das war schon ein Vorteil gegenüber den letzten, sehr wechselhaften Trainingsbedingungen. Dabei haben wir in fast allen Bereichen gearbeitet, Abwehr, Angriff, Kraft, Kondition etc. Wir haben angesichts des unverschuldeten Trainings- und Wettkampfrückstandes vieles aufzuholen. Es geht nach wie vor darum, wieder einen entsprechenden Rhythmus zu finden. Ich gehe davon aus, dass wir in Göppingen das zeigen, was gegen Coburg vermisst wurde, also mehr Leidenschaft, mehr Aggressivität, mehr Kampfgeist. Wir müssen uns einfach deutlich steigern”, fordert der MT-Coach.

Gudmundsson rechnet mit einem starken Gastgeber: “Göppingen hat zwar schon einige Niederlagen erlitten, aber auch sehr gute Spiele gezeigt. Die Mannschaft ist praktisch auf jeder Position gut besetzt, ihre Stärke ist das Kollektiv. Als Gast dort erfolgreich zu sein, war noch nie einfach”.

Der MT-Tross macht sich bereits am Samstag, unmittelbar nach dem vormittäglichen Abschlusstraining auf den Weg ins Schwabenland. Mit dabei ist auch wieder Finn Lemke, der gegen Coburg schmerzlich vermisst wurde. Der Kapitän und Abwehrchef musste letzte Woche wegen der Nachwirkungen einer Coronaerkrankung aussetzen. Nach wie vor fehlt allerdings Spielmacher Domagoj Pavlovic aufgrund seiner wohl etwas längerwierigen Fußverletzung.

Apropos frühe Anreise: Aufgrund des derzeitigen bundesweiten Lockdowns ist es selbst für Profimannschaften gar nicht so einfach, eine Übernachtungsgelegenheit zu organisieren. “Zum Glück”, verrät Mannschaftsbetreuer Matthias Horn, “haben wir in einem kleineren Ort, etwa 13 Kilometer südlich von Göppingen, ein Hotel gefunden, was eigentlich geschlossen ist, aber am Samstag extra für uns aufmacht. Das ist derzeit sicher keine Selbstverständlichkeit”.

Quelle:MT-Pressedienst Foto:Alibek Käsler-Fotos.


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