Sie tanzten übers Feld, sie jubelten mit ihren Fans und sie feierten ihre Torfrau Zoe Ludwig: Die HSG Blomberg-Lippe steht zum dritten Mal nach 2010 und 2014 im DHB-Pokalfinale. Nach einem intensiven, kämpferischen und spannenden ersten Halbfinale des Haushahn Final4 2025 in der Stuttgarter Porsche Arena hieß es 25:27 (15:13) für das Team von Steffen Birkner gegen die HSG Bensheim/Auerbach. Beste Werferinnen eines echten Pokalkampfs waren Nina Engel (Bensheim/Auerbach) mit acht Treffern vor Laura Rüffieux (Blomberg), die sieben Mal traf. Matchwinnerin war allerdings Torfrau Zoe Ludwig mit zehn Paraden. Blombergs Finalgegner wird im zweiten Halbfinale zwischen HB Ludwigsburg und Borussia Dortmund ermittelt.
Stuttgart, 1. März 2025
Nachdem Blombergs Kapitänin Laura Rüffieux der erste Turniertreffer des Jahres 2025 geglückt war, hatte der Gegner von der Bergstraße in einer ausgeglichenen ersten Hälfte etwas mehr vom Spiel. Angetrieben von über 300 Fans im „roten Block“ sowie der starken Nina Engel, die vor dem Spiel als „Überraschung des Jahres“ mit dem German Handball Award ausgezeichnet worden war, setzte sich Bensheim/Auerbach auf 12:9 ab. Doch die folgende Auszeit von Blombergs Trainer Steffen Birkner wirkte Wunder. Die Ostwestfalen glichen beim 13:13 wieder aus und gingen nach einem 6:1-Lauf mit einer 15:13-Führung in die Pause. Ona Vegue war mit sechs Treffern erfolgreichste Blomberg-Werferin vor dem Seitenwechsel mit sechs Treffern vor Jung-Nationalspielerin Nieke Kühne (3).
Bensheim kam zwar deutlich stärker aus der Kabine, aber Blombergs Torhüterin Zoe Ludwig sorgte mit ihren Paraden dafür, dass ihr Team die Führung hielt – und sich beim 19:16 (40.) erstmals auf drei Tore absetzten konnte. Der nächste Schock für Bensheim/Auerbach war in der 41. Minute die Knieverletzung von Ndidi Agwunedu, die mehrere Minuten auf dem Feld behandelt werden musste und gestützt auf Mitspielerinnen die Spielfläche verließ. Auch in der Folgezeit war Ludwig der Turm in einer intensiven Schlacht, sorgte mit einer spektakulären Doppel-Parade dafür, dass die 22:19-Führung Bestand hatte.
Gegen die nun sehr offensiv agierende und weiterhin aggressiv verteidigende Bensheimer Deckung hatte Blomberg allerdings einige Probleme, zu Toren zu kommen. Und als Vanessa Fehr einen Siebenmeter von Ona Vegue zwölf Minuten vor dem Ende abwehrte, verkürzte Bensheim in der Folge von 19:23 auf 21:23, vergab dann aber auch einen Strafwurf durch Lisa Friedberger. Die Partie wurde immer kampfbetonter und blieb torarm, aber war weiter extrem spannend. Als aber Linksaußen Alexia Hauf zum 26:23 traf und Zoe Ludwig den nächsten Bensheimer Angriff abwehrte, war der dritte Blomberger Finaleinzug der Vereinsgeschichte eingetütet.
Blombergs Kapitänin und Top-Torschützin Laura Rüffieux war die Freude nach dem Spiel anzumerken: “Wer gesehen hat, wie wir uns nach dem Abpfiff gefreut haben, weiß, was uns das bedeutet. Ich bin total stolz auf unser Team. Zoe Ludwig hat schon in den letzten zwei Spielen super gehalten, und war heute überragend. Aber ich will keine hervorheben, wir haben einfach einen solchen Teamgeist. Und jede weiß: wenn sie einen schlechten Tag hat, springt eine Andere ein. Das zeichnet unser Team aus. Wir haben jetzt etwas länger Zeit zur Regeneration als der zweite Halbfinalist – und natürlich nehmen wir das Adrenalin mit. Wenn du in einem Finale vor über 3000 Fans stehst, tut dir nichts mehr weh. Da ist Jede fit.”
Quelle_: HBF Pressedienst