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Sport-Fotografie in Nordhessen

MT beim HSV gegen den Hamburg-Fluch

Am 27. Spieltag der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga führt der Weg der MT Melsungen gen Norden. Dort wird das Parrondo-Team am Ostermontag vom Handball Sport Verein Hamburg, kurz HSV, erwartet. Die Nordhessen kämpfen dann nicht nur gegen den Gastgeber, sondern auch gegen einen bösen Fluch. Anwurf in der Sporthalle im Stadtteil Alsterdorf ist um 16:30 Uhr. Die Streaming-Plattform Dyn geht ab 16:15 Uhr auf Sendung.

Das Gastspiel der auf Platz vier rangierenden MT Melsungen beim Tabellzwölften in Hamburg ist der Auftakt in einen echt “heißen April”. Denn danach folgen gleich zwei Kräftemessen gegen ein weiteres Nordlicht: Am 6. April zuhause gegen die SG Flensburg-Handewitt, sieben Tage später beim REWE Final4 gegen den gleichen Gegner, ehe es dann im wahrsten Sinne tierisch wird, wenn die Rhein-Neckar Löwen und die Berliner Füchse lauern. Da ist es gemäß einer alten Sportlerweisheit ratsam, sich zunächst immer auf den gerade anstehenden Gegner zu konzentrieren. Nun also der HSV Hamburg.

Carsten Lichtlein, mit 712 Einsätzen erfahrenster Bundesligaspieler überhaupt, und seit zwei Jahren Torwarttrainer bei der MT Melsungen, weiß nur zu gut um solche besonderen Konstellationen und die damit verbundenen Herausforderungen. Der 43-Jährige mahnt an: “Diese Konzentration muss einfach gelingen. Klar, das Final Four ist ein Riesen-Event, aber wir müssen uns in erster Linie auf die Liga fokussieren. Das ist vor Großereignissen nicht immer leicht. Da haben schon Mannschaften genau das im Hinterkopf gehabt und dann kurz zuvor bei einem Außenseiter völlig überraschend verloren. So etwas kann also schon hin und wieder vorkommen und deshalb versucht man, die eigene Mannschaft möglichst so gut vorzubereiten, dass dies eben nicht passiert”.

Wie gut das dem MT-Trainerteam um Roberto Garcia Parrondo gelungen ist, wird sich am Ostermontag in der Sporthalle Hamburg, zeigen. Dort kämpfen die Nordhessen nicht nur gegen den HSV, sondern auch gegen einen bösen Fluch an. Denn noch nie gelang es ihnen in den bislang 26 Kräftemessen in der gemeinsamen Bundesligahistorie auch nur einen einzigen Zähler zu ergattern. 19 dieser Spiele gewann der HSV, nur zwei die MT und zwei Mal trennte man sich Remis. Wenn man noch weiter zurückgeht, erwies sich genau diese Spielstätte im Stadtteil Alsterdorf für die Melsunger schon 1996 als schlechtes Pflaster. Damals noch Zweitligist fürs Final Four qualifiziert, musste man sich im Halbfinale dem arrivierten TuSEM Essen beugen. Höchste Zeit also, diesen Fluch endlich mal abzulegen.

Dabei erwischen die Nordhessen zu allem Überfluss die Gastgeber jetzt in einer Hochphase. Hamburg hat aus den letzten drei Spielen zuhause gegen Göppingen, bei den Rhein-Neckar Löwen sowie in Wetzlar die volle Punktzahl eingefahren. Fast hätte es zuvor auch gegen Erlangen und gegen Berlin geklappt, denen man jeweils nur mit zwei Toren Differenz unterlag.

Nur gut, dass Roberto Garcia Parrondo voraussichtlich auf eine volle Kapelle zurückgreifen kann. Mit Domagoj Pavlovic kehrte der letzte Langzeitverletzte zurück. Der Kroate saß zwar gegen Lemgo nur auf der Bank, “aber wir sind sehr froh, dass er wieder dabei ist und wir eine weitere personelle Alternative haben”, so Parrondo – wohlwissend, dass auch ein Profi nach monatelanger Wettkampfpause noch Zeit braucht, um sich wieder in den Spielbetrieb einzufinden.

So wird die Hauptlast im Rückraum zunächst wohl noch weiterhin auf Elvar Örn Jonsson, mit 166 Treffern bester MT-Feldtorschütze, Erik Balenciaga, Ivan Martinovic und Dainis Kristopans liegen. Wie wichtig Letztgenannter mit seiner immensen Erfahrung für die MT ist, hat er erst wieder im vergangene Heimspiel gezeigt, wo er Sekunden vor Schluss mit einem abgezockten Dreher den Sieg über Lemgo klarmachte. Dennoch für den Trainer beruhigend zu wissen, dass mit Sindre Aho, Domagoj Pavlovic und Julius Kühn zwei weitere erfahrene Profis im Rückraum zur Verfügung stehen.

Darüber hinaus muss die MT eine gute Abwehr stellen, möglichst mit einer guten Torhüterleistung dahinter. Denn Gefahr droht in Hamburg aus allen Richtungen. Allen voran Spielmacher Dani Baijens, den besten Feldtorschützen des HSV, der auch in der holländischen Nationalmannschaft die Fäden zieht. Rechts neben ihm sind wahlweise der Däne Jacob Lassen, der Russe Azat Valiullin oder der Ungar Zoran Ilic im Einsatz. Letztgenannter übrigens aktueller Nationalmannschaftskollege von MT-Kreisläufer Adrian Sipos, der mit Ilic vor seinem Wechsel nach Nordhessen auch drei Jahre lang zusammen in Veszprem spielte. Den rechten Flügel besetzt beim HSV meist der Däne Frederik Andersen. Auf der gegenüberliegenden Seite steht mit Casper Mortensen dessen Landmann, seines Zeichens Weltmeister 2019 und Bundesligatorschützenkönig der vergangenen Saison. Ein weiterer Weltmeister steht beim HSV im Tor: Johannes “Jogi” Bitter, der mit aktuell 642 Spielen den Rekord des gleichaltrigen Carsten Lichtlein jagt.

Keine Frage, auch diesmal wird das Pflaster für die MT in Hamburg recht heiß sein und somit ein Besiegen des Gegners und des bösen Fluchs erneut eine echte Aufgabe. Da nimmt man es gern als gutes Omen, mit Julius Kühn einen Spieler in den eigenen Reihen zu wissen, der an diesem Tag sein Wiegenfest feiert und damit Glücksbringer-Potenzial hat.

Quelle: MT Melsungen Pressedienst

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