Nach dem siegreichen Heimspiel letzte Woche gegen Stuttgart darf die MT Melsungen in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga am kommenden Sonntag erneut vor den eigenen Fans auflaufen. Die wünschen sich natürlich, dass ihre Lieblinge auch dann wieder triumphieren mögen. Allerdings heißt diesmal der Gegner SG Flensburg-Handewitt und der gehört in die europäische Spitzenklasse. Anwurf in der Kasseler Rothenbach-Halle ist um 14:00 Uhr.

Wettbewerbsübergreifend sechsmal in Folge siegreich – einmal im Pokal, fünfmal in der Liga – da drängt sich unweigerlich die Frage auf: Ist die MT jetzt schon soweit, um auch eine europäische Spitzenmannschaft wie die SG Flensburg-Handewitt in die Schranken weisen zu können? Ohne den letzten sechs Melsunger Gegnern zu nahe treten zu wollen, aber die Nordlichter sind gewiss von größerem Kaliber als Erlangen, Wetzlar, Hamm, Gummersbach, Göppingen oder Stuttgart. Da wartet am Sonntag auf die Schützlinge von Trainer Roberto Garcia Parrondo eine weitaus größere Herausforderung.

MT-Sportdirektor Michael Allendorf skizziert die Ausgangssituation vor dem Heimspielknüller so: “Klar, wir haben durch die Erfolge der letzten Wochen unser Selbstvertrauen enorm stärken können. Aber wie weit das reicht, um gegen einen Gegner wie Flensburg zu bestehen, ist schwer zu sagen. Unsere vielen langfristigen Ausfälle sind schon sehr nachteilig. Nun ist auch noch David Mandic verletzungsbedingt längere Zeit nicht mehr dabei. Der ist vor allem in der Abwehr auf der Halbposition nur schwer zu ersetzen. Zudem ist Arnar Freyr Arnarsson angeschlagen und es ist unklar, wie belastbar er ist. Die Favoritenrolle liegt eindeutig beim Gast. Aber wir werden alles geben, um eine Überraschung zu schaffen. Unsere Jungs sind richtig heiß – vor allem auch, weil sie nach langer Zeit endlich mal wieder vor einer richtig großen Kulisse auflaufen können”.

In der Tat konnten bereits im Vorverkauf rund 4.000 Tickets abgesetzt werden. Durch das inzwischen größere Fassungsvermögen der Rothenbach-Halle – die frühere Kapazität von 4.300 Plätzen wurde mit Saisonbeginn auf 4.500 erhöht – könnte es am Sonntag sogar einen neuen Zuschauerrekord in Kassel geben.

Zurück zum Sport: Ganz fadengerade ist die SG Flensburg-Handewitt bislang nicht durch die Saison gegangen. Wie die anderen Topteams haben sich auch die Blauweißen schon Durchhänger geleistet. So resultieren aus den Spielen gegen Berlin, Rhein-Neckar Löwen, Lemgo und Gummersbach sieben Minuspunkte. Und auch zuletzt musste sich die Mannschaft von Trainer Maik Machulla gegen Erlangen bis zum Schluss richtig strecken, ehe mit 31:29 beide Zähler unter Dach und Fach waren. Womit auch der momentan vierte Tabellenplatz der Nordlichter erklärt ist.

Auf dem beendete Flensburg übrigens auch die vergangene Saison und spielt deshalb in diesem Jahr statt in der Champions League “nur” in der European League, wo aktuell die Gruppenphase erreicht wurde. Genau wie die MT steht auch die SG im DHB-Pokal Achtelfinale.

Gespannt sind die heimischen Fans am Sonntag wohl vor allem auf den derzeit besten deutschen Kreisläufer. Ex-MT’ler Johannes Golla führt die Ligastatistik mit einer 82-prozentigen Trefferquote an. Ebenfalls spannend: Golla trifft mit Melsungens Gleb Kalarash auf einen der besten Defensivspezialisten der Liga. Er sagt: “Ich spiele sehr gerne in der Abwehr, das macht mir richtig Spaß” und fügt augenzwinkernd an, es müsse ja schließlich auch Spieler geben, die eine Arbeit machen wollen, die nicht gerade bei jedermann beliebt ist.

Verzichten muss die SG auf ihren Spielmacher Jim Gottfridsson, der an einem Muskelbündelriss laboriert. Gleichwohl haben die Gäste noch genügend Qualität, um gegen jeden Gegner bestehen zu können. Die Liste der Qualitätsnachweise reicht von den Keepern Benjamin Buric / Kevin Møller über die Flügelzange Emil Jakobsen (LA) / Johan Hansen (RA) und das Rückraumtrio Gøran Søgard (RL) / Mads Mensah Larsen (RM) / Magnus Rød (RR) bis hin zum Kreisläuferduo Johannes Golla / Simon Hald.

Welche der ganz sicher zahlreichen sportlichen Duelle am Sonntag auch spielentscheidend sein mögen – wichtig ist, was am Ende herauskommt. Aus heimischer Sicht natürlich am besten ein Sieg für die MT. Es wäre übrigens erst der zweite in den 18 Jahren, in denen beide Kontrahenten ihre Kräfte in der stärksten Liga der Welt messen. Den bislang einzigen gab es in 2015. Was für die Nordhessen – außer der tollen Kulisse – einen zusätzlichen Anreiz darstellt, sich so richtig ins Zeug zu legen.

Quelle:MT-Melsungen Pressedienst


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