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Das Fehlen einer kompletten Stammbesetzung im Rückraum (Kühn, Schneider, Müller) haben die Rotweissen überraschend gut weggesteckt. Bisjetzt. “Denn es werden Einbrüche kommen”, bremst Heiko Grimm etwaig aufkommende Träumereien. “Solche Ausfälle kann man eine zeitlang kompensieren, aber Spieler dieser Güte, vor allem den wurfstärksten Shooter der gesamten Liga, lassen sich nicht über volle sechs Monate ersetzen”, ist sich der Trainer sicher.

Wie auch immer, das MT-Team scheint sich gerade neu zu erfinden. Und hat Spaß am Gewinnen. Fünf Siege in Folge, davon drei in fremden Hallen – das macht man nicht mal ebenso im Vorbeigehen. Und auch nicht nur mit Glück. Die Entwicklung einiger seiner Schützlinge hat Heiko Grimm voraus gesehen: “Es werden sich Spieler, die jetzt mehr Einsatzzeiten bekommen, freischwimmen”. Genau so ist es gekommen. Ob Simon Birkefeldt, der im rechten Rückraum mehr und mehr auftaut, Domagoj Pavlovic, der als Spielgestalter wie auch als Vollstrecker Akzente setzt, Lasse Mikkelsen, der nun deutlich als Denker und Lenker die Fäden zieht, oder Finn Lemke, der als “neue Waffe” im Rückraum für Aufsehen sorgt.

“Nach dem Ausfall der Verletzten waren wir gezwungen, vor allem im Rückraum einiges umzubauen. Das ist ganz gut gelungen. Gleichwohl müssen wir jetzt den Fokus mehr auf die Defensive legen. Infolgedessen haben wir uns in der Vorbereitung auf den kommenden Gegner im Training überwiegend mit der Abwehrarbeit beschäftigt”, verrät der MT-Coach. Und ergänzt:?“Erlangen ist beileibe nicht an seinem derzeitigen Tabellenplatz zu messen. Diese Mannschaft wird unsere Abwehr weit mehr fordern, als dies zuletzt Berlin getan hat”.

Nun bangt Grimm um den Einsatz von Lasse Mikkelsen, der erst am Dienstag wieder mit leichtem Training eingestiegen ist. Der Regisseur klagte nach dem Spiel in Berlin über Probleme mit dem Hüftbeuger. “Er ist auf der Position praktisch unverzichtbar, alle Angriffshandlungen gehen von ihm aus. Ich hoffe, er ist am Donnerstag dabei”, so der Trainer.

Mit dem HC Erlangen gastiert der einzige Handball-Erstligist aus Bayern in der Kasseler Rothenbach-Halle. Die Franken belegen derzeit Platz 15 und hinken damit ihren eigenen Ansprüchen etwas hinterher. . Mit gezielten Verstärkungen – wünscht man sich eine “sichere Etablierung in der Bundesliga”.

Dafür aber müssen die Mittelfranken noch einiges tun. Bislang weist ihr Konto sechs Punkte auf der Habenseite aus. Davon die Leistungsstärke des Teams abzuleiten, das im Jahr zuvor Europemeister Johannes Sellin von der MT geholt hatte, wäre allerdings fahrlässig. Wer sich im DHB-Pokal bis ins Viertelfinale vorkämpft und gegen Titelaspirant Rhein-Neckar Löwen mit drei Toren und gegen Meister Flensburg-Handewitt gar nur mit einem Treffer Unterschied verliert, hat eindeutig mehr drauf, als die Tabellenposition vorzugeben scheint.

“Um in unserer derzeitigen personellen Situation erfolgreich zu sein, brauchen wir jeden einzelnen Spieler, es müssen alle liefern, die derzeit verfügbar sind”, bringt es Heiko Grimm auf den Punkt. Schließlich soll es auch nach dem Match gegen Erlangen noch heißen: Es läuft bei der MT!

pm: Mt-Melsungen


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