Das Team von Filip Jicha feierte am Donnerstagabend einen 38:26 (20:14)-Erfolg gegen die MT Melsungen. Nach einer direkten roten Karte gegen Domagoj Duvnjak in der 5. Spielminute schien der Vorteil zunächst bei den Gästen zu liegen, doch der THW spielte auch ohne den Kroaten seine Klasse aus. Zur Halbzeit betrug der Vorsprung bereits sechs Tore, im zweiten Durchgang wuchs die Führung zwischenzeitlich auf 15 Treffer an.

Der THW Kiel erwischte einen gelungenen Start und ging mit 3:0 (3.) in Front. Melsungen vergab mehrere gute Möglichkeiten gegen den gut ins Spiel gekommene Niklas Landin. Erst nach drei Minuten konnte Michael Allendorf den Dänen erstmals überwinden. Nikola Bilyk ließ mit seinem zweiten Treffer jedoch postwended das 4:1 (5.) folgen.

Kurz darauf standen die Kieler Fans jedoch unter Schock: Es waren 4:42 Minuten gespielt, als Julisu Kühn über die Mitte kam und der vorgezogen agierende Domagoj Duvnjak den deutschen Nationalspieler im Wurfarm erwischte. Zum Entsetzen der Kieler entschieden sich die Schiedsrichter Geipel/Helbig für die direkte rote Karte.

Miha Zarabec übernahm die Spielmacherposition des Kroaten, musste jedoch kurz darauf bereits wieder vom Feld: Er wollte nach einem Ballverlust ein Stürmerfoul gegen Finn Lemke provozieren, erhielt stattdessen jedoch eine Hinausstellung. Das Publikum quittierte die Entscheidung mit “Schieber, Schieber”-Rufen.

Melsungen nutzte das Momentum und die vier Minuten Überzahl: Nach einer Parade von Nebojsa Simic erzielte Allendorf den Ausgleich zum 5:5 (9.) ins leere Tor. Kurz darauf bediente der Linksaußen den zum Kempa einspringenden Kai Häfner, der die erste Führung für die Nordhessen erzielte (5:6, 11.).

Der THW stabilisierte sich jedoch und eroberte die Führung zurück. Niclas Ekberg fing einen Querpass von Kühn ab und startete zum Gegenstoß: 10:9 in der 16. Spielminute. Per Siebenmeter legte der Schwede kurz darauf das 13:10 (20.) nach. Bis zur Pause setzte sich der THW weiter ab und ging mit einem 20:14 in die Pause. Ein wichtiger Faktor war Keeper Landin, der unter anderem Allendorf einen Gegenstoß abnahm (27.).

Nach Wiederanpfiff legte Kiel durch einen Treffer von Pekeler sofort nach, Bilyk baute den Vorsprung mit dem 24:15 (36.) weiter aus. Heiko Grimm reagierte mit einer Auszeit. Die stabile Abwehr der Kieler mit dem guten Landin dahinter und viele schnelle Tore ließen den Vorsprung weiter anwachsen: Ekberg sorgte per Siebenmeter für den ersten Zehn-Tore-Vorsprung (26:16, 39.).

Die Kieler waren nun in Spiellaune und setzten die Melsunger, die völlig auseinanderfielen, weiter unter Druck. Der 30. Treffer ging auf das Konto von Ekberg (30:19, 44.), Magnus Landin schraubte den Vorsprung auf 15 Tore (36:21, 54.). Während Grimm in einer Auszeit an seine Mannschaft appellierte, nutzte Filip Jicha die komfortable Führung, um die Kräfte zu verteilen.

Ole Rahmel kam auf Rechtsaußen, Gisli Thorgeir Kristjansson sammelte im Rückraum Spielzeit und trug sich mit dem 37:23 (57.) in die Torschützenliste ein. Auch Dario Quenstedt kam für einen Strafwurf in die Partie.Finn Lemke setzte den Schlusspunkt und Kiel feierte einen 38:26-Erfolg.

Stimmen zum Spiel:

Heiko Grimm: Auch, wenn wir zu Anfang einige klare Chancen vergeben haben, haben wir das Spiel sehr gut begonnen. Uns gelang es gleich mehrere Male, die Kieler 3:2:1-Abwehr auszuspielen, konnten das aber leider nicht in Tore umsetzen. Wir haben dann fast 20 Minuten lang gezeigt, dass wir schon ein recht hohes Niveau haben und auch mit Mannschaften wie dem THW Kiel mithalten können. Aber wir müssen in der Analyse dieses Spiels sehr ehrlich sein und – ohne Vorwürfe machen zu wollen – die Frage stellen, warum man sich nach deutlichen Rückständen förmlich aufgibt. Selbst wenn der Gegner erkennbar besser ist und das Spiel dominiert, darf das einer Profimannschaft nicht passieren. Auch in solchen Spielen muss man fighten bis zum Schlusspfiff. Dass wir bereit waren und uns viel vorgenommen hatten, hat die Anfangsphase ja gezeigt. Deshalb müssen wir nach dieser Niederlage jetzt nicht gleich alles in Frage stellen, schließlich haben wir ja bis dahin sieben Mal in Folge gewonnen. Und unser Ziel ist es ganz klar, mit dem nächsten Heimspiel dort wieder anzuknüpfen.


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