Die Zeit des Trainierens und Testens ist vorbei, jetzt wird es ernst! Für die MT Melsungen am Sonntag in Balingen. Der erste Spieltag der Saison 2020/21 der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga sieht für die Nordhessen den Gang ins Schwabenland vor. Wie schwer der für das Gudmundsson-Team werden könnte, lässt die Tatsache erahnen, dass der letzte MT-Sieg in der dortigen Sparkassen Arena fast genau fünf Jahre zurückliegt. Anwurf beim HBW Balingen-Weilstetten ist um 16:00 Uhr, das Spiel ist live auf Sky zu sehen.

“Wo stehen wir leistungsmäßig?” – Diese Frage dürfte durch die Bank weg alle Bundesliga-Teams kurz vor der Saisoneröffnung beschäftigen. Diesmal sind es 20 an der Zahl, also genau zwei mehr, als normalerweise. Apropos: Normal ist in diesem Jahr bekanntlich gar nichts. Corona hat nicht nur die Republik, sondern die ganze Welt durchgeschüttelt. Nun also der Versuch der heimischen Bundesliga eines Neuanfangs.

Nach dem pandemie-bedingten abrupten Abbruch der Saison 19/20 Mitte März hoffen jetzt alle Beteiligten auf einen erfolgreichen Re-Start. Landauf landab wurden mit großen Anstrengungen umfangreiche Hygienepläne entwickelt, die Handball vor Zuschauern ermöglichen sollen. Je nach lokaler behördlicher Vorgabe werden in den einzelnen Arenen mehr oder weniger Besucher zugelassen. In Mannheim nicht nur weniger, sondern gar keine. Die dortigen Verantwortlichen der Rhein-Neckar Löwen sind konsterniert, nachdem es vor Kurzem noch Grünes Licht für zumindest 20 Prozent der Kapazität der SAP-Arena, sprich knapp 3.000 Besucher, gegeben hatte.

“Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie sich meine dortigen Kollegen jetzt so kurz vor dem Saisonstart fühlen”, sagt Axel Geerken. “Da werden dann mit einem Schlag monatelange Vorarbeiten hinfällig”. Der MT-Vorstand blickt hingegen dem Saisonstart in der Kasseler Rothenbach-Halle sehr zuversichtlich entgegen: “Klar, solche kurzfristigen Änderungen können je nach Pandemielage und Bewertung durch die zuständigen Behörden jeden Club jederzeit treffen. Wir selbst gehen aber davon aus, am 6. Oktober wie geplant mit bis zu 2.100 Besuchern in unsere Heimpremiere starten zu können. Derzeit gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass sich an der uns von der Stadt vorliegenden Freigabe etwas ändert”.

Zunächst aber muss die MT ihre Bewährungsprobe in Balingen bestehen. Dort also, wo der letzte Sieg der Nordhessen aus dem Jahr 2015 datiert. In der Gesamtbilanz aller bisherigen 25 Spiele gegeneinander haben die Rotweißen mit 18 Siegen zwar klar die Nase vorn, aber in den letzten Jahren hat sich der HBW Balingen-Weilstetten desöfteren als nicht zu knackende Nuss erwiesen. Wie etwa im September 2019, als die “Gallier von der Alb” die MT mit einer 23:36-Schmach nach Hause schickten. Der Vollständigkeit halber sei aber auch erwähnt, dass sich die MT gut drei Monate später in Kassel mit just genau dem gleichen Resultat revanchierte.

Wie auch immer, jeder von Gudmundssons Schützlingen weiß um die Gefährlichkeit dieses Auswärtseinsatzes und wie wichtig ein positiver Saisonauftakt für das eigene Gefühlsleben ist. In vier der letzten fünf Testspiele haben sie gezeigt, wie man erfolgreich sein kann. Dabei sind die dafür notwendigen Parameter immer die gleichen: Eine hellwache, aggressive und bewegliche Abwehr und ein gutes Zusammenspiel mit dem dahinter postierten Torhüter – der selber natürlich auch Rückhalt-Qualitäten an den Tag legen sollte. In der Defensive wird der Grundstein gelegt, für ein möglichst schnelles Spiel nach vorne. Sind Abwehrspezialisten auf dem Feld, gehen die in der ersten und zweiten Angriffswelle konsequent mit nach vorne. Erst wenn die nicht zündet, erfolgt der fliegende Wechsel mit dem Angriffsspezialisten. Womit eine der Vorgaben von Chefcoach Gudmundur Gudmundsson genannt wäre.

“Wie jeder Trainer habe auch ich meine eigene Philosophie, die ich der Mannschaft vermitteln will. Da sind wir gemeinsam auf einem guten Weg. Allerdings haben wir noch einige Bereiche, die wir verbessern müssen – unter anderem die Reduzierung der technischen Fehler. Auch das haben uns die Testspiele verdeutlicht. In Balingen müssen wir jetzt zeigen, wie weit wir sind. Die Antwort liegt auf dem Spielfeld”, erklärt Gudmundsson.

Der Coach muss am Sonntag sehr wahrscheinlich nur auf Linksaußen Michael Allendorf verzichten, der noch am Muskelfaserriss in der Wurfarmschulter laboriert. Ansonsten ist von der Bestbesetzung auszugehen, zumal Kai Häfner auch seine im letzten Testspiel gegen Leipzig erlittene Oberschenkelzerrung überwunden hat.

Die Mannschaft wird sich bereits am Samstag nach dem morgendlichen Abschlusstraining auf den Weg gen Süden machen und in der Nähe des Spielorts Quartier beziehen. Schließlich soll der Ausgang des Spiels nicht von eventuellen Anreisestrapazen abhängen. Die unter Coronabedingungen behördlich zugelassene Zuschauerzahl in der Balinger Sparkassen Arena liegt am Sonntag übrigens bei 500 Besuchern. Insgesamt verfügt die Halle über 2.320 Plätze.

Quelle:pm MT Melsungen


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