Bei bester Stimmung wurde am Donnerstagabend in der Royal Arena in Kopenhagen das zweite Eröffnungsspiel zwischen dem Panamerika-Dritten Chile und Co-Gastgeber Dänemark ausgetragen. Die Dänen taten sich dabei von der ersten Minute an leicht. Zwölf Gegenstöße prasselten nach Ballgewinnen bis zum 4:22-Halbzeitstand auf das Tor des überforderten und zunehmend hektisch agierenden Panamerika-Dritten. Die Dänen konnten die Präzision eines Schweizer Uhrwerks aber nicht ganz aufrechterhalten. Chile nutzte dies und spielte bis zum 39:16-Endstand ein wenig mit.

Schon beim 1:2-Führungstreffer von Casper U. Mortensen in der dritten Spielminute waren in der Royal Arena alle dänischen Fans euphorisch. Chile spielte mit einigem Abstand vor der dänischen Deckung und büßte mehrmals nacheinander den Ball ein, als unter der Regie von Emil Feuchtmann der Weg in die Tiefe versucht wurde. Dänemark nutzte diese Ballgewinne und zwei einfache Paraden Landins zur rasanten 1:7-Vorlage (8.), Mortensen steuerte dazu drei weitere Treffer bei. Rodrigo Salinas 2:8-Torerfolg beantwortete Rasmus Lauge. Die Dänen schienen die Atmosphäre zu genießen.

Chile fand durch beherzte Durchbrüche Salinas´ über die rechte Seite allmählich in die Partie. Auch das Kreisläuferspiel funktionierte auf einmal besser. Zudem ließ sich Barrientos alsbald seine erste Parade notieren. Ceballos verkürzte nach elf Minuten auf 4:8. Kurz darauf verhinderte WM-Debütant Øris mit einigem Glück einen dänischen Ballverlust im Spielaufbau. Die Situation verdeutlichte, dass bei den Dänen die Konzentration abgefallen war. Mit dem folgenden 0:4-Lauf, von Mikkel Hansen beim 4:12 (16.) vollendet, rissen sie sich aus der Lethargie. Die Chilenen unterbrachen das Spiel.

Die Südamerikaner bekamen keinen Aufwind. Svan verwertete beim 4:14 ein hohes Anspiel zu einem Zaubertor. Auch Mortensens 4:15 fiel artistisch, nach einem langen Zuspiel konnte der Barcelonese das Spielgerät knapp vor der gegnerischen Sechs-Meter-Markierung kontrollieren. In der Deckung spielte nun Simon Hald, der beim 4:16 (23.) gleich seinen ersten WM-Treffer erzielte, seine ersten WM-Minuten. Hinter ihm parierte Landin wenig später zum achten Mal. Dennoch zückte Nikolaj Jacobsen die Grüne Karte. Mensah und Markussen spielten jetzt. Lauge zog hingegen seine Jacke an.

Längst war dieses Auftaktspiel ein noch leichter als gedachtes Unterfangen für die Dänen. Svan und Mortensen besorgten drei Minuten vor der Pause, jeweils im Gegenstoß, die 4:20-Vorlage. Die Chilenen ließen sich von dem hohen Tempo mehrfachen WM- und EM-Zweiten mitreißen. Statt ihre Fehler zu verringern, indem sie geduldiger agierten, folgten weitere Ballverluste und der Rückstand wuchs immer weiter. Inzwischen versuchte Garralda es mit Daniel Ayala als Spielmacher, der erst sein 17. Länderspiel bestritt. Die Feuchtmanns hatten beim 4:22-Halbzeitstand Pause.

Niklas Landin lag nach den ersten 30 Minuten bei einer Quote von 71 Prozent. Seine Teamkollegen hatten, bei zwölf Versuchen, alle Gegenstöße genutzt und insgesamt nur viermal verworfen. Diese Werte sagten alles über die erste Spielhälfte aus. Chile schien dann im zweiten Abschnitt seine erfahrenen Kräfte für diejenigen Spiele zu schonen, in denen man eher auf Augen höhe war, denn zumindest in der Deckung waren kaum noch 200 Länderspiele Erfahrung auf dem Feld. Mikkel Hansen, beim 8:26 (39.) sechsfacher Torschütze, steht indes kurz vor seinem 200. Länderspiel.

Die Dänen waren in der Abwehr zwischenzeitlich nicht mehr so aufmerksam wie in der ersten Spielhälfte. Daher schnitt Chile, das nun im Positionsspiel etwas cleverer und ruhiger agierte, positiver ab als in der ersten Halbzeit. Salinas markierte das 10:28. Einmal mehr ließ der WM-Gastgeber in der Hauptstadt jedoch Ballgewinne und Konter folgen und bemühte sich, nach diesem Wellental, wieder um eine geeignete Leistung. So entwickelte sich ein unterhaltsames Spiel auf einem nun auf beiden Seiten brauchbaren Niveau. Oyarzun erhielt beim 13:33 (50.) Szenenapplaus.

In der 51. Spielminute sorgten Zeitstrafen gegen Mensah und Landin für etwas Aufsehen. Garralda unterbrach das Spiel für Chile, um die doppelte Überzahl möglichst zu nutzen. Dass es nach dieser Phase 14:35 stand, zeugte nicht davon, das Anspiel auf Freijj am Kreis, das Green, der in der zweiten Hälfte das dänische Tor hütete, parierte, hingegen durchaus. Die Chilenen spielten, ebenso wie die Dänen, eine ordentliche Halbzeit. Dennoch verharrte ihr Rückstand konstant knapp oberhalb der anfänglichen 18-Tore-Packung. Der 40. Gegentreffer blieb ihnen indes beim 16:39-Endstand erspart.


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