Gegen Frisch auf Göppingen brannten die Nordhessen ein wahres Feuerwerk ab und deklassierten die Schwaben, auch in dieser Höhe verdient, mit 30:17 (16:9). Dabei glänzte die so oft gescholtene Abwehr mit einer ebenso konzentrierten Leistung wie dahinter Nebojsa Simic, der auf mehr als 50% gehaltener Bälle kam. Am treffsichersten präsentierte sich Michael Allendorf mit sechs Toren, davon drei Siebenmetern. Für die Gäste war Nemanja Zelenovic viermal erfolgreich.

Gleich die ersten beiden Würfe der Gäste, abgefeuert jeweils von Ivan Sliskovic, landeten über dem Tor beziehungsweise am Pfosten. Dass Marco Rentschler dennoch zum 0:1 treffen konnte lag daran, dass ein langer Gegenstoßpass auf Michael Allendorf ebenso wenig ankam wie ein Zuspiel für Marino Maric an den Kreis. Auch bei Melsungen waren aller guten Dinge drei, als Julius Kühn den Ausgleich machte (3.). Gefolgt von zwei guten Abwehraktionen der Rot-Weißen, die Domagoj Pavlovic und noch einmal Kühn zum 3:1 nutzten. Prompt war eine frühe erste Auszeit der Gäste fällig (6.).

War es in der jüngeren Vergangenheit die Abwehr, die den Nordhessen Sorgen bereitete, so haperte es diesmal im schnellen Aufbauspiel nach Ballgewinnen. Es wäre durchaus schon früh eine deutliche Führung drin gewesen, wäre nur das Umschaltspiel präziser gelaufen. So aber profitierten die im Abschluss alles andere als zielsicheren Göppinger davon, dass sie bereits verlorene Bälle oft ohne Gegentor zurück bekamen. Dennoch verstand es die MT, sich langsam abzusetzen. Auch wenn Julius Kühn nach Michael Allendorfs 8:5 (17.) nur den Pfosten traf, war anschließend gegen Ivan Sliskovic erst der Innenblock zur Stelle, den Nachwurf des Kroaten parierte Nebojsa Simic und ermöglichte damit Marino Maric den Ausbau auf 9:5 (20.).

Etwas mehr als fünf Minuten später lagen bereits sechs Tore zwischen den Kontrahenten. Weil die 5:1-Abwehrvariante mit dem vorgezogenen Michael Allendorf vorzüglich funktionierte, dahinter Nebojsa Simic einen ebenso starken Tag erwischt hatte und vorn das kollegiale Spiel vorbildlich lief. Das betraf Allendorfs Tor nach Kempa-Anspiel von Julius Kühn ebenso wie das uneigennützige Ablegen von Dimitri Ignatow auf Stefan Salger vor dessen 13:7 (26.). Dem Youngster war es schließlich auch vergönnt, seinen Tempogegenstoß spektakulär zum 16:7-Pausenstand im Netz unterzubringen.

Zu Beginn der zweiten Hälfte machte es Nemanja Zelenovic wesentlich besser als anfangs Sliskovic. Der Serbe nahm sich zwei Würfe, traf beide und verkürzte leicht auf 17:9 (34.). Mehr war allerdings für Frisch-Auf! nicht drin, weil Nebojsa Simic erst Marcel Schillers Siebenmeter parierte und kurz darauf den dritten Versuch von Zelenovic wegnahm. Stefan Salger stellte mit Urgewalt den alten Abstand wieder her und Dimitri Ignatow erhöhte zum 19:9 erstmals auf zehn Differenz (39.).

Göppingen schwächte sich in dieser Phase selbst. Erst war Till Hermann auf die Strafbank gewandert, dann erwischte es Kresimir Kozina. Zu allem Überfluss fand Marcel Schiller in Simic zum zweiten Mal innerhalb von nur sechs Minuten seinen Meister. Ebenso wie Kresimir Kozina unmittelbar im Anschluss seinen Tempogegenstoß nicht am Montenegriner vorbei brachte. Der Offensivabteilung der Süddeutschen fiel nicht viel mehr ein als Einzelaktionen über Nemanja Zelenovic. Der war zuständig für alle vier Göppinger Tore nach der Pause zum 20:11 43.).

Die folgende Auszeit von Hartmut Mayerhoffer nutzte nicht nur der Frisch Auf!-Coach zum Einwechseln von Urh Kastelic zwischen die Pfosten, sondern auch Heiko Grimm. Yves Kunkel kam für Allendorf, Roman Sidorowicz für Julius Kühn, Lasse Mikkelsen für Domagoj Pavlovic sowie Felix Dammer für Marino Maric. Fast ein Komplettwechsel also, der natürlich den Spielfluss leicht hemmte. Was jedoch nicht ins Gewicht fiel, weil Göppingen weiter fast alles schuldig blieb. Allein Kastelic wusste mit einigen Paraden zu gefallen (25:13, 53.).

An diesem Bild änderte sich auch in den verbleibenden Minuten nichts mehr. Melsungen spielte mit der hohen Führung im Rücken sein Programm routiniert herunter, die Gäste hatten sich längst in ihr Schicksal ergeben. Die mittlerweile auf 6:0 umgestellte Deckung funktionierte ebenso gut wie die 5:1 vorher. Vorn wurde im Angriff lange ausgespielt und geduldig auf die Lücke gewartet. So auch ganz zum Schluss, als das Publikum schon ungeduldig wurde und dachte, die MT beließe es bei ihren 29 Erfolgen. Doch passgenau eine Sekunde vor der Sirene zog Finn Lemke durch und machte die 30 doch noch voll.

Stimmen zum Spiel

Heiko Grimm: Ich möchte meiner Mannschaft für diese Leistung ein Kompliment machen. Wir hatten die 5:1-Deckung in der Woche vorher so vorbereitet und meiner Meinung nach auch gut umgesetzt. Handball ist harte Arbeit, das haben wir heute gesehen. Und wenn wir diese Arbeit immer tun, werden wir auch erfolgreich sein. Momentan haben wir ein ziemlich hartes Programm, deshalb gibt man auch mal Verschnaufpausen und wechselt viel. Auch das hat gut geklappt. Jetzt werden wir den Abend genießen, aber am Sonntag wartet schon das nächste spiel in Piräus auf uns.

Hartmut Mayerhoffer: Glückwunsch an Heiko und die MT Melsungen. Für uns war das ein absolut gebrauchter Tag, vor allem was den Angriff betraf. Wir waren vorn nicht bundesligatauglich. Dazu kann man jetzt nur wenig sagen und deshalb werde ich hier auch weiter nichts kommentieren.

Axel Geerken: Mir hat schon die erste Halbzeit sehr gut gefallen. Da ist es dann immer die Frage, ob man nach dem Seitenwechsel daran anknüpfen kann. Aber die Mannschaft hat das gut gemacht, auch dass die 5:1-Deckung so gut gestochen hat. Trotz den vielen Wechseln haben wir nicht nachgelassen und den Vorsprung sogar ausgebaut. Wir wissen, dass die Grundlage zum Erfolg immer eine gute Deckungsleistung ist und außerdem kamen wir heute auch wieder auf 30 erzielte Tore.

Christian Schöne: Wir hatten nach vier Niederlagen zu Anfang, die meist knapp ausfielen, mit danach 11:3 Punkten eigentlich die Kurve wieder bekommen. Dann kam vor ein paar Tagen die bittere Niederlage gegen Balingen. Was wir heute auf die Platte gebracht haben, ist nicht zu erklären. Das war in allen Bereichen viel zu wenig. Für uns gibt es jetzt eine Menge aufzuarbeiten.

Quelle:pm:MT- Melsungen


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