Wo sich die Teams am Nachmittag noch gegenüber standen, spielte man bereits kurz zuvor in einer Spielgemeinschaft der U19 Junioren gegen die Fighting Farmers Jugend. In der Mittagssonne zeigte der Nachwuchs ein spannendes, wenn auch nicht mit Erfolg gekröntes Spiel. Kurzfristige Spielerabsagen und die wenige gemeinsame Trainingszeit zeigte letztendlich seine Spuren, sodass sich die Spielgemeinschaft mit 08:40 (2:8 / 0:14 / 0:6 / 6:12) geschlagen geben musste. Dennoch haben die Jungs Kampfgeist bewiesen und ein großartiges Spiel geliefert.

Je näher sich danach die Uhrzeiger der 15:00 Uhr Marke näherten, desto voller wurden die Ränge der traumhaften Kulisse, welche die Hessenkampfbahn direkt zwischen Fulda und Orangerie zu bieten hatte. Am Ende durften die Titanen knapp 500 Zuschauer begrüßen, welche sich dem Schauspiel annahmen. Nach imposantem Einlauf durch das Spalier der Cheerleader der OSC Vellmar Bluebirds gen Rücken der Orangerie begann das Spiel. Bereits im ersten Drive legten die Hausherren furios los. Dabei bedienten sie sich ihrer Vielseitigkeit und konnten sowohl gute Runs von #33 Tiron Sloan, #28 Luca Brinner und Neuzugang #22 Arian Schabany sowie den Routiniers im Receiver Squad, allen voran Anton Brinner #5, für sich verzeichnen. Letzterer war es auch, welcher einen phänomenalen 30yd Pass von Quarterback Kevin Ekhorutomwen in die Endzone fing und somit bereits im ersten Drive Punkte aufs Board brachte. Der folgende PAT durch Simon Fröhlich #4 war ebenfalls gut.

Die Fulderaner fanden weniger erfolgreich ins Spiel. Am Ende waren es sogar eher die Nordhessen, welche die Offensedrives der Gäste manchmal unnötig lange am Leben hielten. Nicht selten kam es vor, dass bei Dritten und lang oder sogar 4th Downs vermeidbare Strafen dazu führten, dass ein neues Firstdown gespielt wurde. In diesem Punkt zeigte sich Fulda deutlich disziplinierter. Sie ließen nur 5 Strafen mit insgesamt 40y Strafen zu – 3x weniger als die Titanen.

Ähnlich wie der Einstand zum 07:00 verlief auch das 13:00. Ekhorutomwen auf A. Brinner, catch in der Endzone, Touchdown. Zwar war der PAT, genau wie im noch folgenden Touchdown, nicht gut – doch muss man Kicker Fröhlich viel Lob aussprechen. Seine Kickoffs waren kaum zu returnen und brachten die Defense seines Teams immer in eine gute Ausgangslage. Das 19:00 machte unsere 13 dann zur Abwechslung dann mal selbst. Schöner Keeper mit noch schöneren Blocks reichte aus, um ca. 15yd in die Endzone zu laufen.

Die Saints zeigten sich jedoch kampfeslustig und erzwungen noch vor der Halbzeit den Anschluss, sodass es mit 19:07 in die Pause ging.

Kurz nach Wiederanpfiff zeigte dann der Runningback Squad, wer Chef auf dem Platz war. Zwar riss am Ende wieder ein Brinner die Arme mit dem Ball in die Luft, doch war es diesmal der jüngere des Brüdergespanns, Luca #28, welcher sich durch die Reihen der schwarzen Jerseys tanzte und zum vorzeitigen 25:07 drauflegte.

Nach den zwei verpassten PATs zuvor entschieden die Coaches auf eine 2PC, welche in Form eines Passes auf, wie könnte es anders sein, Anton Brinner glückte. Neuer Spielstand 27:07

Spät im dritten Quarter forderte die Hitze sowie das schnelle Spiel allmählich seine Opfer. Beide Seiten wurden jetzt ein wenig unvorsichtiger, sodass breite Lücken entstanden. Zunächst legten die Saints nochmal nach und kamen auf 27:13 ran – ehe alle Hoffnungen auf ein Comeback durch einen 25yd Pass von Ekhorutomwen auf Körner #11 pulverisiert wurden. Kurz vor Ende Q3 stand es 34:13.

Danach wechselten die Kassel Titans in üblicher Manier einmal mächtig durch.  In einer so kurzen Saison wie Football sie nun einmal hat – gibt es nicht viele Gelegenheiten auch mal den Backups eine Chance zu geben, Erfahrungen zu sammeln, daher eine richtige und wichtige Entscheidung.

Nicht nur den Rookies, auch dem Spiel allgemein, tat dies sehr gut. Fulda hatte nun deutlich mehr Chancen, konnte deren Offense nun längere Drives am Stück durchspielen und auch deren Defense so manches Mal die Kassler aus der Redzone zurückdrängen. Eben dies führte dann unfreiwillig zu einem der Highlights des Spieles. Kasseler Spieler fanden sich plötzlich im 4th und 12 an der gegnerischen 30yd Line wieder. Zu kurz für einen Punt und fast schon aussichtslos diesen auszuspielen.

So machte sich Backup Kicker Silas „Seelachs“ Meyer #14 bereit zu einem 47yd Fieldgoal Versuch. Und was als NFL Zuschauer immer „machbar“ klingt, das ist für europäische Verhältnisse wirklich verdammt weit. Das wussten auch die Zuschauer, da, nachdem Silas den Ball trat, kurz darauf ein Raunen durch die Menge ging. 47yd Fieldgoal in der Oberliga Mitte. Das ist sicher nichts Alltägliches und sollte mehr als die letztendlichen 3 Punkte wert sein.

Fulda ihrerseits liefen weiterhin unbeeindruckt an und erzielten Mitte des vierten Quarters ihren dritten und letzten Touchdown mit erfolgreicher 2PC. 37:21 der Punktestand zu dem Zeitpunkt.

Doch wollte es sich Kassel nicht nehmen lassen den Tag so zu beenden, wie sie ihn angefangen haben. Wie bereits erwähnt, dürfen sich inzwischen die Backups auf dem Feld austoben. So auch zweiter Quarterback Stefan Müller #87, welcher mit aller Geduld seiner O-Line vertrauend in der Pocket verweilte und am Ende Reciever und ehm. Starting QB Felix Heussner #8 in der Endzone fand.

Nicht weniger lobend sollte die Defense der Kasseler erwähnt bleiben. Fast immer waren sie punktgenau zur Stelle, haben Bälle deflected, Ballträger bereits im Backfield gestoppt oder sogar Turnover geforced. Neben einem Turnover by Downs, mussten die Gäste ganze drei Mal den Ball unfreiwillig hergeben. Das erste Mal früh im ersten Quarter. Langer Passversuch auf den Fulderaner Reciever, doch waren Rookie DB Julian „Bambi“ Däschner und Routinier OLB Florian Karger #21 zur Stelle und fingen den Ball vor Erreichen des Empfängers ab. Da der Ball am Ende zwischen Schulter und Handfläche beider unserer Spieler klemmte, muss man fairerweise beiden die Interception zusprechen. Es war auch nicht Kargers letztes Highlight in diesem Spiel. Im späteren Verlauf antizipierte wieder er am besten und holte sich Turnover zwei, wie auch den Dritten, bei welchem er zunächst einen Fumble forcte und darauf den freien Ball sogar noch sichern konnte.

Alles in Allem zeigten sich die Hausherren von ihrer besten Seite. Lediglich die Strafen müssen noch besser unter Kontrolle gebracht werden. Zumindest alle, welche auf fehlende Disziplin zurückzuführen sind.

Am Ende zeigten beide Teams mit gesamt 9 Touchdowns ein imposantes und kurzweiliges Spiel.

Mit einem Punktefest von 44:21 (13:0 / 6:7 / 15:6 / 10:8) beenden die Titans den ersten Tag der Oberliga Mitte.

Quelle: Kassel Titans Pressedienst