Zwei sehr attraktive Heimspiele und zwei äußerst knifflige Auswärtsaufgaben bilden das Restprogramm der MT Melsungen in dieser Saison in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga: Lemgo (19.05.) und Wetzlar (08.06.) vor eigenem Publikum, der Bergische HC (04.06.) und Stuttgart (12.06.) jeweils in deren Arenen. Los geht  die “Runde der letzten Vier” am Donnerstag in der Kasseler Rothenbach-Halle. Dort empfangen die Nordhessen um 19:05 Uhr ihren ganz persönlichen “Pokalschreck” TBV Lemgo Lippe. 

“MT Melsungen vs. TBV Lemgo Lippe” zum Dritten! Das Duell am Donnerstag in der Kasseler Rothenbach-Halle ist nach dem Liga-Hinspiel im September und dem Pokal-Viertelfinale im März die dritte Begegnung zwischen den Nordhessen und den Lipperländern in dieser Saison. Aus der ersten brachten Häfner & Co. einen Auswärtspunkt mit nach Hause, aus der zweiten ein Pokal-Aus. Das erinnerte natürlich prompt an die bittere Finalniederlage in diesem Wettbewerb im Jahr zuvor. Triftige Gründe, gegen die Blauweißen hoch motiviert zur Sache zu gehen, gibt es also gleich mehrere. Von dem obligatorischen Ziel, im vorletzten Heimspiel der Saison vor den eigenen Fans eine bestmögliche Leistung abzuliefern, ganz zu schweigen.

Doch Letzteres ist leichter gesagt als getan. Die seit Monaten anhaltende Verletzungsmisere im MT-Lager reicht hartnäckig auch bis in die Schlussphase dieser Saison. Das Schreckensniveau hat sich leider auf fünf, sechs Ausfälle hochgeschaukelt. Und so etwas zeigt natürlich Wirkung. Spätestens gegen Ende einer Partie, wenn die Kräfte aus- und die Punkte flötengehen, wie die ernüchternde Bilanz mit fünf Niederlagen aus den letzten fünf Spielen deutlich macht. Zum Vergleich: Lemgo hat sich nach einer Durststrecke im April mit vier Ausrutschern wieder prächtig aufgerappelt und zuletzt in drei Spielen in Folge jeweils doppelt gepunktet.

Dennoch steckt das zusammengeschrumpfte Grüppchen der einsatzfähigen Schützlinge von Roberto Garcia Parrondo nicht die Köpfe in den Sand. Die Mannschaft behilft sich improvisierend so gut es geht. Wie etwa im Training, wo ein Torwart schon mal kurz auf Linksaußen aushelfen muss.  Im Spiel lässt der Coach auf den einzelnen Positionen dann ohnehin rotieren. Da müssen auch Spieler mal auf ungewohnten Positionen ran. Insgesamt ist in der Mannschaft der Wille ungebrochen, auch scheinbar ausweglose Situationen zu meistern. Deshalb hat sich das MT-Team die Unterstützung der Fans gerade jetzt redlich verdient.

Und die bekommen obendrein auch mal neue Gesichter zu sehen – Überraschungseffekte inklusive. So wie zuletzt in Magdeburg als Parrondo gleich auf vier Youngster zurückgriff, um die Reihen zu füllen. Manuel Hörr (Rückraum), Florian Potzkai (Rechtsaußen), Florian Drosten (Linksaußen), alle Jahrgang 2004 (!) und Rohat Sahin (Kreis), Jahrgang 2002, waren die Auserwählten. Da musste auch der TV-Kommentator nochmal genau nachlesen, um die Altersangaben auf dem Spielbogen korrekt wiederzugeben, als Drosten und Hörr jeweils mit Torerfolgen glänzten. Diese beiden und Manuel Hörr sowie Julian Fuchs werden gegen Lemgo ins MT-Aufgebot rücken.

Zudem ist inzwischen André Gomes nach ausgeheiltem Mittelhandbruch wieder an Bord. Der sprunggewaltige Halblinke hat in Magdeburg mit fünf Treffern nahezu alte Klasse aufblitzen lassen, auch wenn er letztlich die Niederlage nicht verhindern konnte. Aber gerade nach dem neuerlichen Ausfall von Domagoj Pavlovic ist der Rechtshänder als torgefährlicher Angreifer noch wichtiger. Zumal im Rückraum Julius Kühn und Kai Häfner zuletzt nahezu auf sich allein gestellt waren.

“Klar, unsere derzeitigen personellen Voraussetzungen sind alles andere als optimal, aber wir wollen unbedingt in den verbleibenden Spielen noch so viele Punkte wie möglich holen. Das Restprogramm ist nicht ganz ohne, zunächst konzentrieren wir uns jedoch auf Lemgo. Wir werden alles geben, um die Punkte in Kassel zu behalten. Danach haben wir eine kurze Wettkampfpause, in der wir nochmal Kraft für die letzten drei Spiele tanken können”, gibt sich der MT-Kapitän Häfner kämpferisch.

Die bisherige Bilanz zwischen der MT und dem TBV ist ziemlich ausgeglichen. Von den 32 Ligaspielen hat Melsungen 15 mal und Lemgo 14 mal die Nase vorn gehabt. Dreimal trennte man sich remis. Vereinfach gesagt: In den ersten sieben, acht,Jahren ab Melsungens Erstligazugehörigkeit, waren die Lipperländer eindeutig der dominantere der beiden Kontrahenten, anschließend haben sich die Kräfteverhältnisse nahezu umgekehrt – mit Ausnahme im DHB-Pokalwettbewerb.

Quelle: MT-Melsungen Pressdienst


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