Der THW Kiel steht im Halbfinale des DHB-Pokals. Am Dienstagabend machte der deutsche Rekordmeister und Pokalsieger von 2016 den Einzug ins REWE Final Four mit einem 31:19 (19:8) über die MT Melsungen perfekt. Überschattet wurde das Match jedoch von der schweren Verletzung von Domagoj Pavlovic zu Spielbeginn; die geschockte MT fand dadurch nicht in die Partie. Beste Werfer waren Niclas Ekberg (7) und Tobias Reichmann (5). Die weiteren Halbfinalisten werden im Dezember ermittelt.

Das Viertelfinale zwischen Kiel und Melsungen begann mit einem Schock für beide Seiten. Nach 31 Sekunden verletzte sich Domagoj Pavlovic bei einem unglücklichen Zusammenprall im ersten Angriff der Melsunger schwer und wurde vom Kieler Mannschaftsarzt sowie den Rettungskräften versorgt.

Die Ostseehalle verharrte schweigend; erst, als Pavlovic nach fast 20 Minuten auf der Trage von den Sanitätern hinausgebracht wurde, erhoben sich die Zuschauer und applaudierten dem Melsunger, der mit dem Verdacht auf Wadenbeinbruch in ein Krankenhaus gebracht wurde. Später wurde eine Fraktur des Außenknöchels diagnostiziert, die eine Operation nötig macht.

Nach einer kurzen Aufwärmphase für beide Teams wurde die Partie um 19:24 Uhr fortgesetzt. Der Schock war den Mannschaften noch deutlich anzumerken; es dauerte mehrere Angriffe, bis die Partie an Tempo aufnahm. Das erste Tor ging zwar auf das Konto von Tobias Reichmann, doch das 0:1 (2.) sollte die einzige Führung der Gäste an diesem Abend bleiben.

Die Melsunger, die ohnehin nur mit elf Feldspielern angereist waren, traf der Ausfall von Pavlovic nicht nur mental. sondern auch taktisch hart. Zunächst ließ Trainer Heiko Grimm mit Felix Danner und Marino Maric zwei Kreisläufer agieren; später übernahm Simon Birkefeldt den rechten Rückraum. Grimm rotierte auch später weiter; neben Birkefeldt standen ihm nur noch Lasse Mikkelsen, Philip Müller und Finn Lemke im Rückraum zur Verfügung.

Nach dem schnellen 2:1 (3.) durch Niclas Ekberg setzte sich der THW angeführt von Lukas Nilsson jedoch kontinuierlich ab. Das 10:5 (13.) war bereits der vierter Treffer des Schweden, Hendrik Pekeler sorgte noch vor der Pause für die erste Zehn-Tore-Führung: 18:8 in der 28. Spielminute. Nach einem letzten Treffer von Magnus Landin ging es mit 19:8 in die Kabine.

Die MT war noch sichtlich geschockt von der schweren Verletzung ihres Spielmachers. Mit zuletzt fünf Bundesligasiegen in Serie war die Mannschaft auf den fünften Rang geklettert, doch an diesem Abend konnte sie dem THW kein Paroli bieten. Das erhoffte spannende Duell um das Halbfinalticket blieb somit aus.

Im zweiten Durchgang bauten die Kieler ihre Führung langsam, aber stetig weiter aus und lagen nach 45 Minuten mit 28:15 in Front. Nach einer Parade von Andreas Wolff, der nach Wiederanpfiff für Niklas Landin gekommen war, startete Runde Dahmke zum Gegenstoß, doch Johan Sjöstrand wehrte den Gegenstoß seinerseits ab.

Alfred Gislason verteilte die Belastung nun auf seinen gesamten Kader; neben dem eingewechselten Dahmke kamen nun auch Nikola Bilyk, Ole Rahmel, Marko Vujin und Gisli Thorgeir Kristjansson zu vielen Einsatzzeiten. Sowohl Domagoj Duvnjak als auch Steffen Weinhold blieben auf der Bank.

In der 52. Spielminute war es Rechtsaußen Rahmel, der in der Abwehr auf der Halbposition verteidigte, der den 30. Treffer für den THW erzielte – der Linkshänder netzte zum 30:16 ein. Vujin legte kurz darauf das 31:17 (54.) nach. Wolff hielt den Spielstand mit einem parierten Siebenmeter fest; auch der Nachwurf von Mikkelsen landete nur am Pfosten. Am Ende siegte Kiel mit 31:19.

Die drei weiteren Viertelfinal-Begegnungen werden am 18. und 19. Dezember ausgetragen, den Auftakt machen die Füchse Berlin gegen die Rhein-Neckar Löwen sowie die TSV Hannover-Burgdorf gegen den HC Erlangen, einen Tag später duellieren sich dann der SC Magdeburg und Frisch Auf! Göppingen um das vierte und letzte Halbfinalticket. Das Finalturnier findet am 6. und 7. April nächsten Jahres in Hamburg statt.


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