Nach 40 gespielten Minuten sah es für die MT Melsungen beim Tabellenvorletzten Eulen Ludwigshafen nicht gut aus.

Die Nordhessen – angeführt von Julius Kühn – kämpften sich zurück ins Spiel und schafften mit 25:25 noch einen Teilerfolg.

Heiko Grimm hatte angekündigt, etwas umzustellen und damit möglichst die Defensive zu stärken. Der MT-Trainer hielt Wort und ließ mit einer 5:1-Abwehrformation beginnen, bei der Domagoj Pavlovic auf der Spitze agierte. Dahinter bildeten Marino Maric, Timm SCHNEIDER und Julius Kühn die Innenverteidigung. Auf Außen begannen Michael Allendorf und Dimitri Ignatow, im Tor Nebojsa Simic.

Nachdem die MT den ersten Angriff des Spiels gegen die 6:0-Abwehr der Eulen mit einem Fehlwurf abschloss, war es Rechtsaußen Pascal Durak in der 3. spielminute die Torschützenliste zu eröffnen.

Nach verwandeltem Strafwurf von Lasse Mikkelsen, legte Ludwigshafen durch Jonathan Scholz erneut vor. Und weil danach Marino Maric am Kreis erfolgreich war und Domagoj Pavlovic Gorazd Skof überraschte, gingen die Nordhessen erstmalig in Front (2:3, 7. Min.).

Dann trat Julius Kühn auf den Plan. Der Halblinke, der bis dahin zweimal erfolgreich war, aber auch einige Male an Skof und der Eulen-Abwehr gescheitert war, wuchtete den Ball erst zum 21:17 und dann zum 21:18 in die Ludwigshafener Maschen. Johan Sjöstrand löste im Tor Nebojsa Simic ab und vorne überwand Tobias Reichmann per Gegenstoß Gorazd Skof. Beim 21:19 bremste Ben Matschke die MT per Timeout aus. Danach gelang Maximilian Haider vom Kreis zwar das 22:19, aber die MT legte gleich zweimal in Person von Julius Kühn und Lasse Mikkelsen nach. So war nach einer Dreiviertelstunde beim 22:21 das Spiel praktisch wieder offen.

Nach erneutem Anschluss durch Kai Häfner zum 23:22 blieb Domagoj Pavlovic, der nach wie vor den Posten des Vorgezogenen in der 5:1-Abwehr innehatte, etwas zu lange am Gegner kleben – die Schiedsrichter schickten ihn für zwei Minuten auf die Bank. In Überzahl gelang Regisseur Pascal Bührer das 34:22. Auf der anderen Seite ersetzte die MT ihren Keeper durch einen Feldspieler und prompt schaffte Julius Kühn das 24:23. Lasse Mikkelsen setzte gar noch eins drauf – nach 54:11 gespielten Minuten hieß es 24:24. Womit die Crunchtime endgültig eingeläutet war. Wer hatte nun die besseren Nerven?

Zunächst die Eulen, besser gesagt Pascal Durak, der einen Strafwurf verwandelte. Das Spiel wurde hektischer, es passierten Fehler, hüben wie drüben. Wie etwa Tobias Reichmann, der auf Rechtsaußen frei aufsteigend den Ball nicht an Gorazd Skof vorbeibringen konnte. Oder auf der anderen Seite Pascal Bührer, dessen Wurf gleich ganz hinter dem Tor landet. Nach einer Zeitstrafe von Frederic Bührer war Tobias Reichmann gleich noch einmal im Pech, wieder findet er in Skof seinen Meister. Die Eulen nehmen nun eine Auszeit, wenig später auch die MT. Zu spielen sind da noch ganze neun Sekunden. Neun Sekunden, die der MT-Angriff zu einem Kempa-Pass nutzt, der nervenstark von Kai Häfner zum nicht unverdienten 25:25 Endstand versenkt wird.

Stimmen zum Spiel:

Heiko Grimm; Wir haben heute eine extrem kampfstarke Melsunger Mannschaft gesehen, auf die ich sehr stolz bin. Das alles sieht vom Ergebnis her zunächst nicht so gut aus, aber jeder wusste, dass es hier in Ludwigshafen ein sehr schweres Auswärtsspiel für uns wird. Wir lagen mit fünf Toren hinten, da hatten wir Probleme im Angriff. Wobei Ludwigshafen auch eine sehr gute Verteidigung gestellt hat. Aber wir haben uns zurück gekämpft und deshalb Chapeau vor dem Charakter unserer Mannschaft.

Julius Kühn: Wir sind natürlich froh, hier noch einen Punkt mitgenommen zu haben. Nichtsdestotrotz ist es ist nicht unser Anspruch, gegen die Eulen nur ein Unentschieden zu holen. Es war heute so ähnlich wie zuletzt in Silkeborg. Auch dort haben wir den Start in die zweite Halbzeit verpennt.

Axel Geerken: Was mir heute gut gefallen hat, ist die Kampfkraft, dass wir nicht aufgegeben haben und nach fünf Toren Rückstand zurückgekommen sind. Das muss man hier auch erstmal schaffen. Wir haben dabei im Angriff einigermaßen kühlen Kopf bewahrt und uns auch in der Deckung gut bewegt. Es ist sicher nicht das Traumergebnis, aber mit diesem Punkt müssen wir zufrieden sein.


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