Die Führung des Handball-Bundesligisten MT Melsungen hat Trainer Heiko Grimm und der Mannschaft nach drei Niederlagen ein ungewöhnliches Ultimatum gestellt. Wenn sich der sportliche Trend in den kommenden drei Begegnungen nicht deutlich ins Positive entwickeln sollte, „wird es personelle Konsequenzen geben“, teilte der Verein am Freitag mit. „Welche genau, auch mit einer etwaigen Auswirkung auf die nächste Saison, wird die Vereinsführung daran festmachen, in welcher Art und Weise die Auftritte verlaufen.“

Nach drei Niederlagen in Folge gab es Redebedarf bei den Bundesliga-Handballern der MT Melsungen. „Ganz klar, dies ist nicht das Ergebnis, was wir uns in Silkeborg vorgestellt haben. Nach der Niederlage in Portugal wussten wir um die Bedeutung dieses Spiels. Wir sind deshalb sehr enttäuscht und müssen nun Fragen auf den Tisch bringen, wie es jetzt nach drei Niederlagen in Folge weitergeht“, hatte MT Melsungen Vorstand Axel Geerken naach dem 31:35 bei Bjerringbro/Silkeborg erklärt.

Dabei fing das Jahr für die MT sehr gut an: Nach der EM-Pause startete die MT mit neuem Elan und ließ mit einem 33:30-Erfolg bei den Rhein-Neckar Löwen aufhorchen. Nur drei Tage später folgte ein etwas mühsamer 26:21-Sieg gegen Gwardia Opole, dem ersten von drei Gegnern in der Gruppenphase des EHF Cup. Der Abwärtstrend setzte sich mit einer Niederlage gegen Stuttgart und den Pleiten im EHF-Pokal in Lissabon und nun in Silkeborg fort – mit 2:4 Punkten droht das Aus in der Gruppenphase.

„Dabei war die Art und Weise, wie sich das MT-Team jeweils präsentierte, alles andere als zufriedenstellend. Zugute muss man ihm jedoch halten, dass der Ausfall des etatmäßigen Abwehrmittelblocks nicht so einfach zu kompensieren ist“, so die MT Melsungen in einer Pressemeldung, in der es weiter heißt: „Nachdem bisherige Anstrengungen nach Rückschlägen nicht gefruchtet haben, soll nun eine außergewöhnliche Vereinbarung mit Ultimatum-Charakter greifen.“
Ultimatum von drei Spielen unter Androhung „personeller Konsequenzen“

„Wir haben in dieser Saison begeisternde Bundesligaspiele erlebt und sind in zwei Pokalwettbewerben vertreten. Diese Leistung ist zweifelsohne anerkennenswert. Umso ärgerlicher sind die Auftritte, die uns zwischenzeitlich immer wieder zurückgeworfen haben. Deren Nachbereitung hat viel Energie auf allen Ebenen gebunden und der jeweilige Erfolg war nicht von großer Dauer“, räumt Axel Geerken ein.

Der MT-Vorstand weiter: „Das Portfolio an Aufarbeitungsmaßnahmen, die Analysen, die Gespräche, das Geloben von Besserung, das alles ist irgendwann erschöpft. Und dann muss man nicht nur den Mut haben, Maßnahmen zu ergreifen, sondern diese auch transparent zu kommunizieren. Schließlich sind wir dies den direkt Beteiligten, wie auch unseren Sponsoren und Fans schuldig.“

Als getroffene Vereinbarung, bei der Heiko Grimm einbezogen wurde, werden die kommenden drei Spiele der Maßstab sein, an dem Trainer und Mannschaft gemessen werden sollen. „Sollte in Ludwigshafen und zuhause gegen den Bergischen HC und im EHF Cup-Rückspiel gegen die Dänen nicht eine deutliche Tendenz um Positiven erkennbar sein, wird es personelle Konsequenzen geben. Welche genau, auch mit einer etwaigen Auswirkung auf die nächste Saison, wird die Vereinsführung daran festmachen, in welcher Art und Weise die Auftritte verlaufen“, so der Verein.

„Uns ist bewusst, dass mit dieser Maßnahme auf der Mannschaft, besonders aber auf dem Trainer ein entsprechend großer Druck lastet. Im Profisport ist das ja nicht ungewöhnlich. Das ist deshalb auch den Beteiligten klar und sie kalkulieren mögliche Konsequenz ein“, so MT-Aufsichtsratschefin Barbara Braun-Lüdicke.


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