Angeführt von der überzeugenden Sabine Heusdens liefern die Vipers auswärts in Metzingen trotz des erneuten Rumpf-Kaders einen großen Kampf ab und spielen eine Halbzeit lang absolut auf Augenhöhe mit dem Favoriten aus Metzingen. Am Ende hat die Kraft leider nicht ganz gereicht und die Bad Wildunger Handballerinnen müssen sich mit 33:28 geschlagen geben.

Die Vorzeichen vor dem schwierigen Auswärtsspiel in Metzingen standen alles andere als gut: Zu den schon seit Wochen verletzten Spielerinnen gesellte sich nun auch noch Anna Frankova, die wegen einer Entzündung im Fuß pausieren musste, was somit die Personalnot bei den Vipers noch weiter verschärfte. Doch momentan hat man den Eindruck, dass je schwieriger die Situation zu sein scheint, desto enger rückt das Team zusammen. Genau dies war auch am Samstagabend wieder die große Stärke der Vipers.

Von Anfang an fanden die Gäste aus Nordhessen gut in die Partie. Sie spielten mutig und mit viel Spielfreude und lagen schnell in Führung. Im Angriff zeigten die Vipers eine sehr disziplinierte und effiziente Leistung: sie spielten die Angriffe lange aus, machten kaum technische Fehler und kamen immer wieder zu präzisen Abschlüssen. Hinten stand die sehr aggressive und bewegliche Abwehr, die den Tussies aus dem Positionsspiel kaum Abschlusschancen ermöglichte. Und wenn doch einmal ein Ball den Weg zum Tor fand, stand da noch die Torhüterin Manu Brütsch, die mit ihren Paraden zum guten Spiel der Gäste beitrug. Bereits nach 20 Minuten beim Stand 7:12 nahm der Trainer der Gastgeber, Andre Fuhr, seine zweite Auszeit. Das Timeout zeigte seine Wirkung und der hohe Kräfteverschleiß, verursacht durch das gefürchtete Metzinger Tempospiel, machte sich in der Schlussphase der ersten Halbzeit bei den Vipers bemerkbar. So konnte das Heimteam bis zum Halbzeitpfiff wieder zum 15:15 ausgleichen.

Direkt nach der Pause gelangen den Metzingerinnen drei schnelle Tore in Folge und es drohte schon früh eine einseitige Partie zu werden. Auf mehr als sechs Tore ließen die Vipers ihre Gegnerinnen aber nie wegziehen. Zwar schlichen sich in der zweiten Halbzeit auf Grund der schwindenden Kräfte vermehrt technische Fehler im Angriff ein, die dem Heimteam dann ihr schnelles Konterspiel ermöglichte. Doch die Gäste gaben zu keinem Zeitpunkt auf, kämpften sich nun mit Anne Bocka im Tor, die nahtlos an die gute Torhüterleistung der ersten Halbzeit anknüpfte, mehrfach auf zwei Tore zurück. Und immer wieder war es im Angriff die mit 11 Toren überragende Sabine Heusdens, die den Tussies das Leben schwer machte und nicht mal durch eine enge Manndeckung gestoppt werden konnte.

Besonders erfreulich auf Seiten der Vipers war auch der erneute Kurzeinsatz von Marieke Blase: Sie konnte neben mehreren gelungenen Aktionen auch ihr erstes Tor nach der einjährigen Verletzungspause beisteuern. Entsprechend wurde der Treffer vom gesamten mitgereisten Vipers-Anhang bejubelt.
Am Ende gewinnt Metzingen das Spiel mit 33:28 – doch die Vipers können mit der gezeigten Leistung zufrieden sein. Dies sieht auch Trainerin Tessa Bremmer so: „Ich habe heute großen Respekt vor der Mannschaft. Wir sind mit einem sehr kleinen Kader angereist und haben es trotzdem geschafft Metzingen von Anfang an unter Druck zu setzen. Wir haben mit Mut und frei aufgespielt. Ganz großes Kompliment an Sabine Heusdens, die wieder die ganze Mannschaft mitgenommen hat. Am Ende hat man gemerkt, dass uns etwas die Wechselmöglichkeiten gefehlt haben – aber wir können sehr stolz auf unsere Leistung sein. Jetzt gilt es, dass gute Gefühl in die nächsten Spiele mitzunehmen und wenn wir so weiterspielen, werden wir sicher noch den einen oder anderen Punkt einfahren können.“


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