Christian Prokop (r.) führt das deutsche Team als Trainer in die Heim-WM im Januar © Getty Images

Bundestrainer Christian Prokop gibt rückblickend auf die missratene EM Fehler im Umgang mit den Spielern zu. An Rücktritt habe er aber nie gedacht

Handball-Bundestrainer Christian Prokop hat wenige Wochen vor Beginn der Heim-Weltmeisterschaft (10. bis 27. Januar 2019) noch einmal auf die vergangene EM zurückgeblickt und sich dabei sehr selbstkritisch gezeigt.

“Ich habe viele Spieler überfordert, den ein oder anderen damit auch vor den Kopf gestoßen”, erinnert er sich im Interview mit dem SID. Prokop zog Konsequenzen und veränderte seine Arbeitsweise in grundlegenden Punkten.

Im Umgang mit Andreas Wolff und Co. ist er kommunikativer und offener geworden – und hat so peu a peu das Team wieder hinter sich versammelt. “Das Vertrauen hat sich definitiv gestärkt, aber es ist auch kein Geheimnis, dass es aufgebaut werden musste”, sagte Prokop: “Als sich das Präsidium nach einem langen Abwarten für mich entschied, hieß es: Ärmel hochkrempeln und anpacken!”

Prokop dachte nie an Rücktritt 

An Rücktritt von seinem bis 2022 datierten Vertrag hat Prokop in all den Wochen scharfer Kritik und kontroverser Debatten in Verband und Liga nicht gedacht. “Niemals”, wie er sagt: “Ich habe gespürt, dass es am seidenen Faden hing, umso mehr freue ich mich über diese zweite Chance.”

Prokop investierte so viel Zeit in die Beziehung zu den Spielen wie wohl kaum ein DHB-Coach vor ihm. Schlüssel für die Annäherung waren unzählige Treffen, Videofeedback-Analysen, “ein paar Veränderungen bei der Nominierung” und ein taktisches Konzept, das mehr an die Stärken der einzelnen Spieler angepasst wurde.

“Es sind jetzt ganz andere Voraussetzungen als im Januar 2018”, beteuert Prokop. Aber, und das betont der Bundestrainer, “das Vertrauen wird weiterwachsen, je mehr Erfolg wir zusammen haben werden.”

Doch bei allem Erfolgsdruck überwiegt die Vorfreude auf den Höhepunkt seiner bisherigen Karriere. “Im Moment ist einfach ein riesiges Kribbeln zu spüren”, sagte Prokop. :


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