Dreimal 60 Minuten haben die DHB-Frauen noch unter Wettkampfbedingungen die Möglichkeit, sich für die am 1. Dezember beginnende Europameisterschaft einzuspielen. Seit Montag befinden sich Bundestrainer Henk Groener und die DHB-Auswahl im Trainingslager im spanischen Alicante. Im dortigen Pabellion Municipal Central steht von Freitag bis Sonntag ein Vierländerturnier mit Spielen gegen Brasilien, Spanien und Polen an.

Der Auftakt ist am Freitag (19 Uhr) gegen Ex-Weltmeister Brasilien, am Samstag um 21 Uhr folgt die Partie gegen den Gastgeber Spanien, gegen den es in der EM-Qualifikation einen Heimsieg und eine Auswärts-Niederlage gab, am Sonntag geht es um 18 Uhr zum Turnierabschluss die Partie gegen die Polinnen, die zuletzt im Juni im Testspiel in München 30:29 besiegt worden waren. Alle Spiele aus Alicante sowie dann auch alle EM-Spiele werden als Livestream von Sportdeutschland.TV übertragen.

Der Großteil der deutschen Mannschaft war am Montagnachmittag gemeinsam von Frankfurt nach Valencia geflogen, die Spielerinnen der SG BBM Bietigheim sowie Xenia Smits (Metz), Alina Grijseels und Caroline Müller (beide Dortmund) kamen nach ihren Champions-League- oder Europapokaleinsätzen nach. “Alle wohlbehalten angekommen, alle fit”, lautet die Botschaft aus Alicante.

“Wir haben in Spanien insgesamt zehn Tage Zeit, uns intensiv für die Europameisterschaft einzuspielen, am Feinschliff zu arbeiten und auch athletisch in EM-Form zu kommen”, sagte Groener vor der Abreise. Neben den 16 EM-Fahrerinnen sind fünf weitere Spielerinnen zu Trainingszwecken mit dabei. “Mit diesem breiten Kader können wir die Belastungen besser dosieren”, sagt der Niederländer, der hofft, dass “wir auf den Leistungen aus den Testspielen gegen Russland im September aufbauen können und uns weiter verbessern”

Der größte Fokus liegt auf dem Tempospiel: “Da waren wir gegen Russland teilweise schon zu schnell”, sagt Groener, der generell von seiner Mannschaft fordert, “mehr aus der starken Abwehr” zu machen: “Wir haben eine komplett neue Mannschaft nach der WM aufgebaut, die hat nun die Chance, sich zu bewähren.” Den Ausfall von Spielführerin Kim Naidzinavicius, die die EM wegen einer Knieverletzung verpasst, will er unterschiedlich kompensieren: “Im Innenblock wird neben Abwehrchefin Jule Behnke eine andere Spielerin auflaufen, im Angriff werden wir die Verantwortung verteilen. Nach ihrem Kreuzbandriss hatte Kim ja bereits bis September im Nationalteam gefehlt, deswegen haben wir einige Varianten schon ohne sie zum Beispiel in den EM-Qualifikationsspielen erproben müssen.”

Die deutsche Mannschaft wird nach dem Vier-Länder-Turnier noch bis kommenden Mittwoch (28. November) in Spanien bleiben, reist dann von Valencia über Paris in den EM-Spielort Brest an der Atlantikküste. Bei der Europameisterschaft trifft die DHB-Auswahl in der Hammergruppe D auf Titelverteidiger Norwegen (1. Dezember, 15 Uhr), den WM-Dritten von 2015 Rumänien um die aktuelle Welthandballerin Cristina Neagu (3. Dezember, 18 Uhr) und schließlich Tschechien (5. Dezember, 18 Uhr).

Die ersten drei Mannschaften dieser Gruppe qualifizieren sich für die Hauptrundengruppe 2, die ab 7. Dezember in Nancy ausgespielt wird. Dort wären im Falle des Weiterkommens die drei besten Mannschaften aus Gruppe C – Ungarn, Spanien, Niederlande und Kroatien – die Gegner. Vom 14. bis 16. Dezember ist dann das Finalwochenende in Paris-Bercy mit Halbfinals, Spiel um die Plätze 5/6 (jeweils am 14. Dezember) sowie Spiel um Platz 3 und Finale am 16. Dezember.

Der Europameister qualifiziert sich direkt für die Olympischen Spiele 2020 von Tokio, die drei Medaillengewinner (oder alle Halbfinalisten, wenn Weltmeister Frankereich das Halbfinale erreicht) qualifizieren sich direkt für die WM 2019 in Japan. Zudem ist die EM-Platzierung entscheidend für die neun WM-Playoffs, die am 15. Dezember in Paris ausgelost und im Juni 2019 ausgespielt werden.


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