GRUPPE I

Kroatien kämpfte sich von fünf Toren Rückstand zurück, um Deutschland zu schlagen und sich für das Halbfinale am kommenden Wochenende in einem unglaublichen Spiel in Wien zu qualifizieren

Es war zwar erst das zweite Spiel beider Mannschaften in der Hauptrunde, aber wie wichtig es war, dieses Spiel zu gewinnen, war von Anfang an in einer ohrenbetäubenden, ausverkauften Arena der Wiener Stadthalle zu sehen.

Die erste Halbzeit war ein intensiver, körperlicher Kampf, der irgendwann überzukochen drohte. In den ersten 30 Minuten gab es neun zwei-minütige Unterbrechungen, in denen Deutschland mit fünf Toren in Führung ging.

Der deutsche Torhüter Andreas Wolff rettete zwei Siebenmeterschießen, und diese Sperren ermöglichten es seiner Mannschaft, vier Tore in Folge zu erzielen. Unter den Toren waren auch die Flügelspieler Uwe Gensheimer und Timo Kastening, die mit allen fünf Schüssen zusammen ein Tor erzielten.

Da die Mannschaften jedoch zwei Minuten lang gesperrt wurden – darunter fünf in drei Minuten – reagierte Kroatien mit einem eigenen Dreier-Torschuss, um den Rückstand auf drei Tore zu verringern.

Wolff frustrierte Kroatien weiterhin mit einer Reihe von feinen Paraden, und so konnten Gensheimer und Kastening das Ziel wieder finden und die Führung der Deutschen wieder auf fünf erhöhen.

Doch die Kroaten spürten, dass das Spiel außer Kontrolle geriet, und begannen mit einem 6:2-Lauf, um die Lücke zu schließen, die das Dezibel in der Arena noch lauter werden ließ.

Um 22:22 Uhr und 12 Minuten vor Schluss war alles klar, und als das Spiel glänzend und schön von einem Ende zum anderen schwang, war plötzlich der Schwung bei den Kroaten.

Wolff versuchte sein Bestes, den kroatischen Angriff abzuwehren, aber nachdem Matej Asanin Julius Kuhns Versuch stoppte, lief der Spieler des Spiels Karacic durch und schlug Kroatien zum ersten Mal seit der vierten Minute mit nur noch 88 Sekunden Vorsprung in Führung.

Es gab eine einzige, letzte, unglaubliche Chance für Deutschland, ein Unentschieden in den letzten Momenten zu retten, nur dass Marin Sego 15 Sekunden vor Schluss Jannik Kohlbacher abwies – und das war’s. Ein atemberaubendes Spiel, das in die EHF EURO-Folklore eingehen wird.

Kroatiens Cheftrainer Lino Cervar sagte, man glaube daran, dass man das Spiel für Kroatien gewonnen habe.

“In der ersten Halbzeit war Deutschland besser als wir. Wir hatten keine guten Lösungen im Angriff. In der zweiten Halbzeit haben wir Charakter und Geduld gezeigt. In den letzten 10 Minuten war unsere Abwehr brillant. Und wir hatten die Intensität, die man im Angriff braucht”, resümierte er.

Quelle:EhfEuro2020


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