Weil die SG 09 Kirchhof gegen die TG Nürtingen mehrfach einen Vorsprung verspielte, musste der heimische Handball-Zweitligist bis zum Schluss um den 31:30-Sieg zittern.

Eine Minute vor dem Schluss legte Christian Denk, Trainer der Zweitliga-Handballerinnen der SG 09 Kirchhof, die Grüne Karte auf den Zeitnehmertisch. Was die 740 Zuschauer in der Melsunger Stadtsporthalle nutzten, um die scheidenden SG-Spielerinnen mit einer Laola -Welle zu verabschieden. Und um das Team in der Schlussphase gegen die TG Nürtingen zum 31:30 (16:14) -Sieg zu tragen.

„Es war sehr emotional. Das war mehr als ein Handballspiel“, befand SG-Kapitänin Christin Kühlborn. Ihr Treffer zum 30:27 (56.) hatte in der Halle und bei den Zuschauern eine wahre Explosion ausgelöst, als die Linksaußen einen scharfen Gegenstoßpass von Katarzyna Demianczuk mit einem fantastischen Dreher zum 30:27 (56.) verwertete. Der Vorsprung hatte allerdings keinen Bestand, weil Dionne Visser zweimal vom Kreis völlig frei die Vorentscheidung verpasste – und die Gäste durch die überragende Rechtsaußen Nina Fischer beim 30:30 (59.) wieder ausglichen. Erst Diana Sabljak, mit 255 Treffern Torschützenkönigin der 2. Liga, behielt die Nerven und versenkte Sekunden vor dem Ende den Strafwurf zum 31:30-Endstand.

Trainer Denk freut sich über fünften Platz

„Wir haben es verpasst, den Sack frühzeitig zuzumachen“, sagte SG-Coach Denk. Denn nach einer ausgeglichenen Anfangsphase hatten sich die Gastgeberinnen nach dem 5:5 (8.) und dem 7:7 (11.) erstmals durch Sandra Szary auf 10:7 (15.) abgesetzt. Zusammen mit Sabljak hatte die Linkshänderin zudem in der Defensive eine starke Leistung abgeliefert. Dazu legte Danique Boonkamp Nürtingens Toptorjägerin Verena Breidert an die Leine. Doch Kirchhof verpasste es, sich weiter abzusetzen. „Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht“, analysierte Denk.

Rechtsaußen Andra Lucas, die bereits in der ersten Hälfte mutig aufspielte, einmal traf und einen Siebenmeter herausholte, sorgte kurz nach der Pause für eine 17:14-Führung (33.). Doch erneut gelang es der Denk-Sieben nicht, den Vorsprung zu verteidigen. Beim 18:18 (38.) durch Fischer war die Partie wieder offen. Auch, als Sabljak zum 28:24 (52.) traf, hatte dieser Vorsprung keinen Bestand. „Wir haben im Rückzugsverhalten Probleme gehabt“, kritisierte Kühlborn. Das nutzten vor allem die beiden Außen Fischer und Carmen Siller. Zu einem Sieg der TG reichte es – dank der Unterstützung von den Rängen und Sabljaks Nervenstärke zum Schluss – aber trotzdem nicht.

Und so schließt die SG die Saison auf dem fünften Tabellenplatz ab. „Das ist eines der besten Ergebnisse seit langem“, freute sich SG-Coach Denk.


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